Lauterbach plant neues Gesetz: Das soll sich in der Notaufnahme ändern | Politik

18.07.2024 - Perşembe 13:46

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Notaufnahmen in Deutschland am Limit!

Zu lange Wartezeiten, zu viele Patienten, zu wenige Ärzte: Das ist der Alltag in vielen Notaufnahmen hierzulande. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (61, SPD) will das ändern, er plant eine grundlegende Reform. Ziel: Weniger Patienten sollen in die Notaufnahme kommen, unnötige Behandlungen sollen verhindert werden.

Notruf

Am Telefon soll entschieden werden, ob der Anrufer in die Notaufnahme muss oder ob ein Termin beim Arzt ausreicht. Dazu wird eine „Akutleitstelle“ eingerichtet. Die 112 und die Nummer des kassenärztlichen Notdienstes 116 117 werden vernetzt. Heißt: Liegt kein akuter Notfall vor, der in der Notaufnahme behandelt werden muss, wird der Anrufer an die 116 117 weitergeleitet. Rund um die Uhr gibt es über diese Nummer einen Notdienst mit einem Arzt – über Video zugeschaltet oder per Hausbesuch.

Wartezeiten

Sollen kürzer werden. Jeder Dritte in der Notaufnahme wäre laut Gesundheitsministerium in einer Arztpraxis besser aufgehoben. Die Reform will unnötige Fälle in der Notaufnahme verhindern.

Notaufnahme

Im Krankenhaus soll es einen neuen zentralen Tresen als Anlaufstelle geben – das „integrierte Notfallzentrum“. Dort soll eine Ersteinschätzung der Patienten stattfinden, die selbst in die Notaufnahme kommen. Je nachdem wie akut die Behandlung ist, wird der Patient weitergeleitet. Die angeschlossenen Notdienstpraxen sollen bis 21 Uhr offen haben.

Rettungswesen

In diesem Punkt ist der Gesetzesentwurf nicht sehr konkret: Der Rettungsdienst soll reformiert werden u. a. durch mehr digitale Vernetzung der Leitstellen. Vor allem auf dem Land dauert die Rettung zu lange. Das rügt auch die Björn-Steiger-Stiftung, die sich für eine Verbesserung der Notfallversorgung einsetzt. Der frühere Verfassungsrechtler Udo Di Fabio, der ein Gutachten zum Rettungsdienst für die Stiftung erstellte, prangert an: Es fehle an einem flächendeckenden und mit gleichen Qualitätsstandards ausgestatteten, funktionierenden Rettungsdienst-System.

Pierre-Enric Steiger ist Präsident der Björn-Steiger-Stiftung

Pierre-Enric Steiger ist Präsident der Björn-Steiger-Stiftung

Foto: IMAGO/Jürgen Heinrich

Pierre-Enric Steiger, Präsident der Stiftung, sagte vor Journalisten: „Unsere Strukturen und Handlungsvorgaben entsprechen den Standards von Entwicklungsländern.“ Die Stiftung fordert u. a. die Einführung einer App, die Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls benachrichtigt.

Kritik

Die Kassenärzte finden die Ansätze gut, halten das Gesetz aber für nicht umsetzbar – wegen zu wenig Personal. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband warnt deshalb sogar vor einem Scheitern der Reform.

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