Aufstand der Sachsen-Frauen: „Säx-Streik“ zur Landtagswahl | Politik

24.08.2024 - Cumartesi 16:55

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„Frauen machen den Unterschied“, sagt Romina Stawowy (44). Das gelte auch und besonders für die anstehenden Wahlen am 1. September. Allerdings, so die Chefredakteurin des Dresdner Magazins „fem.mit“, hätten Frauen bei der Wahrnehmung ihrer Möglichkeiten „ziemlich viel Luft nach oben“.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Der Bevölkerungsanteil der Frauen im Freistaat Sachsen liegt bei 51,6 Prozent. Stawowy: „Als ich diese Zahl sah, dachte ich zunächst: ,He, wir haben die Mehrheit.‘“ Allerdings: Zur Wahrheit gehöre auch, dass nur 48 Prozent der Frauen überhaupt ihre Stimme abgaben. „Das hat mich schon gewurmt.“

Dabei neigen Frauen laut Statistik deutlich seltener dazu, extreme Parteien zu wählen, als Männer. Angesichts der aktuellen Umfragen in Sachsen (32 Prozent AfD, 15 Prozent BSW) könnten Frauen damit das Wahlergebnis deutlich korrigieren. „Sie müssen sich eben nur beteiligen“, so Stawowy.

So entschieden sich etwa bei der letzten Landtagswahl in Sachsen 32 Prozent der Männer für die AfD. Bei den Frauen waren es nur 24.

Verlegerin und Chefredakteurin Romina Stawowy

Verlegerin und Chefredakteurin Romina Stawowy

Foto: fem.mit Dresden

All das sei Anstoß für die Initiative „SäxStreik“ gewesen. „Zunächst ein Wortspiel, das Aufmerksamkeit erregt“. Andererseits stehe „Streik“ traditionell für das Einfordern von Rechten und das Kämpfen für Veränderung. „In der Geschichte haben Frauen schon viel erreicht, in dem sie gestreikt haben“, sagt Romina Stawowy.

Mit dem „SäxStreik“ wollen die Initiatoren ihre Stimmen erheben, aber vor allem Frauen das „Handwerkszeug“ mitgeben, um mitzubestimmen. „Denn wir sind überzeugt: Wenn Frauen gut informiert sind, wählen sie mit Herz und Verstand.“

Stawowy und ihre Mitstreiter schickten an alle sächsischen Parteien 16 Fragen aus Frauensicht, wollten wissen, wie sie u. a. zu Frauenrechten und Gleichstellung, Kinderbetreuung, Lohngleichheit, Altersarmut aber auch zu Abtreibung stehen. Außer AfD, Bündnis Sahra Wagenknecht und FDP antworteten alle.

Die Auswertung stellte Stawowy auf die eigens geschaltete Web-Site „www.säxstreik.de.“ Wichtig sei: „Auf dieser Seite geben wir keine Wahlempfehlung ab, sondern liefern Informationen für Wahlentscheidung.“

Und sie soll zum Mitmachen motivieren. Unter dem Hashtag #gurkensalat können Frauen auf Social Media mitmachen. Die Gurke sei nämlich Symbol für Männer, die Angst vor selbstbewussten Frauen hätten und nichts mit ihnen anfangen könnten.

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