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Betriebsrätin attackiert VW-Bosse: „Ist unser Geschäftsmodell tot?“ | Politik
04.09.2024 - Çarşamba 20:37
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In der Belegschaft des größten deutschen Autoherstellers herrscht nur noch WUT auf die Bosse! Der Sparhammer sorgt für Jobangst und Fassungslosigkeit: Werksschließungen, Entlassungen und Gehaltseinbußen sind möglich.
Bei der großen Betriebsversammlung (9500 Teilnehmer) kam es zur Redeschlacht zwischen Betriebsratschefin Daniela Cavallo (49, IG Metall) und den VW-Managern, darunter auch Konzernvorstand Oliver Blume (56).
Die Stimmung in der Halle kochte nach BILD-Informationen immer wieder hoch. Für Cavallos Attacken auf den Vorstand gab es lauten Applaus. Die Reden der Bosse wurden, in solch einer Lage nicht überraschend, mit Buhrufen und Pfiffen begleitet.
Cavallo machte klar, was Werksschließungen für zahlreiche Kommunen bedeuten würde, die VW-Werke und Zulieferer beheimaten. Dann schaltete sie auf Angriff.
„Sie wollen Standorte dichtmachen, unsere Kolleginnen und Kollegen vor die Tür setzen.“ Und denen, die bleiben dürfen, „denen wollen Sie auch noch ans Geld“. Dann wendete sich Cavallo direkt an den Vorstand: „Ist das alles, was Ihnen einfällt?“
Die Halle explodierte. Buhrufe und Pfiffe in Richtung der Bosse!
„VW krankt daran, dass der Vorstand seinen Job nicht macht“
Doch Cavallo legte gerade erst los: „Fabriken schließen, betriebsbedingte Kündigungen, Tarifeinschnitte durchsetzen. Solche Gedanken werden nur in einem Szenario zulässig, und zwar dann, wenn das ganze Geschäftsmodell gestorben ist.“
Dann die Hammer-Frage an die Manager: „Ich frage Sie, meine Herren und meine Damen im Marken- und Konzernvorstand: Ist unser Geschäftsmodell tot?“
Ihre Antwort war ein klares Nein. „Volkswagen krankt daran, dass der Vorstand seinen Job nicht macht.“ Die Betriebsrätin machte „Regelwut“ und „Dokumentationsirrsinn“ für die Misere verantwortlich.
VW-Chef: „Wir haben jetzt sehr lange auf Pump gelebt“
Nach der Rede Cavallos gab es nach BILD-Informationen Standing Ovations. Ganz anders als beim Auftritt von Konzernvorstand Blume.
Blume wollte eigentlich gar nicht sprechen, plante schon ein Manager-Treffen im Ausland. Doch der Druck wurde zu groß. Der Betriebsrat veröffentlichte ein Extrablatt des „MITBESTIMMEN!“-Hefts, machte einen Auftritt Blumes, der auch Porsche-Chef ist, unumgänglich.
Die Rede des VW-CEO begann mit Pfiffen aus der Belegschaft, wurde immer wieder von Buhrufen unterbrochen. Doch der ließ sich nicht beirren.
Konzernvorstand Oliver Blume und Markenvorstand Thomas Schäfer
▶︎ „Ich war zwar heute nicht als Redner eingeplant“, erklärte er zunächst. Dann wurde er ernst. Bei Volkswagen laufe es „wie zu Hause“, so Blume. „Wir haben jetzt sehr lange auf Pump gelebt, und wenn ich am Monatsende keine Kohle habe und entscheide, einen Fernseher zu kaufen, dann geht das nur gut, wenn ich eine Oma oder einen reichen Onkel habe.“ Lange Zeit sei dies möglich gewesen, „die Situation hat sich komplett gedreht“.
Und jetzt will er sie wieder drehen, VW zukunftsfähig machen. Spätestens seit Mittwoch ist ihm klar: Mit Cavallo hat er eine redegewandte Gegnerin, die vor den großen Konzernbossen nicht kuschen wird.
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