Er spielte vier Jahre für Dynamo, wechselte im Sommer nach Darmstadt: Am Mittwoch (20.45 Uhr) gibt´s im DFB-Pokal das Wiedersehen mit Paul Will (25).
BILD: Mussten Sie schmunzeln, als ausgerechnet Ihr Ex-Klub ausgelost wurde?
Paul Will: „Ganz ehrlich: Ich dachte, jeder Verein, Hauptsache nicht Dynamo. Das war allerdings auch der damaligen Situation geschuldet. Bei uns lief es zu dem Zeitpunkt mies und Dresden hat die Liga zerschossen.“
Inzwischen hat Darmstadt das Ruder mit neuem Trainer rumgerissen. Wie ist die aktuelle Lage?
„Ich würde nicht sagen, dass es schon perfekt läuft. Aber die Tendenz geht in die richtige Richtung. Wenn es so weitergeht, wäre das sehr positiv. Dann werden wir eine vernünftige Saison spielen. Wir haben unter Florian Kohfeldt eine Art und Weise gefunden, die zu uns passt. Aber es ist auch in der 2. Liga alles extrem eng, jeder kann wirklich jeden schlagen.“
Ähnelt die Darmstädter Spielweise der von Dresden?
„Ich denke, dass Dynamo beim System einen Tick flexibler ist. Wir haben unter Kohfeldt unser festes System, das tut uns auch gut. Dynamo spielt ja mal Dreier-, Vierer- oder Fünferkette, mal mit einem, zwei oder drei Sechsern. Ähnlich ist es bei beiden Teams vorn mit meist je zwei Stürmern.“
Ihr Ex-Verein hat gerade eine ziemliche Krise durchgemacht. Muss Ihnen bekannt vorgekommen sein...
„Ich hatte mich für die Jungs gefreut, dass es so gut angelaufen ist. Dass es bei Dynamo nicht so weiterging, ist schade. Aber ich glaube, dass man vernünftig damit umgehen kann. Weil noch viele da sind, die das in den letzten zwei Jahren mitgemacht haben. Und das Bewusstsein da ist, dass eine Drittliga-Saison nicht von Anfang bis Ende gleich verläuft. Das kann helfen, mit dem Druck klarzukommen.“
Beim Testspiel gegen Mainz riss sich der Mittelfeldmann Mitte September das Kreuzband
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Sie selbst können nicht mitspielen, haben sich zu Saisonbeginn einen Kreuzbandriss zugezogen.
„Das ist extrem ärgerlich. Zumal ursprünglich alles so gekommen ist, wie ich es mir gewünscht hatte. Ich habe direkt gespielt, sogar gleich eine wichtige Rolle. Alle fünf Spiele habe ich über die volle Distanz gemacht. Und dann kommt so eine Verletzung in einem Testspiel. Aber ich weiß jetzt, dass ich auf jeden Fall zweite Liga spielen kann. Das wollte ich mir beweisen.“
Wie geht es Ihnen?
„Die OP verlief gut, ich liege so weit im Soll. Der Plan ist, in der Sommervorbereitung wieder einzusteigen.“
Besuch im Trainingszentrum
Werden Sie trotzdem nach Dresden kommen?
„Auf jeden Fall. Ich fahre Dienstagabend hin, werde noch kurz Claudio Kammerknecht besuchen und bleibe dann bis Donnerstag. Auch im Trainingszentrum will ich mal vorbeischauen.“
Gibt´s noch Kontakt zu den Ex-Mitspielern?
„Klar. Ob Claudio, Lars Bünning oder Kutsche, da sind einige, mit denen ich viel am Telefonieren bin.“
Will (r.) spielte vier Jahre für Dynamo, machte 129 Spiele für die SGD (7 Tore, 4 Vorlagen)
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Ihr Abgang von Dynamo Dresden verlief für Sie mit einem faden Beigeschmack. Ist das inzwischen abgehakt?
„Das war bei mir persönlich und auch in meiner Familie ein großes Thema. Auch meine Eltern waren enttäuscht, wie das abgelaufen ist. Wir haben alle gedacht, dass man mir die Entscheidung einfach schwerer machen würde. Entsprechend traurig war man da. Aber mittlerweile ist das Thema abgehakt.
Freuen Sie sich auf die Stimmung im Harbig-Stadion?
„Unbedingt. Wenn man die Choreos von den Fans sieht, das Dynamo-Lied vorm Spiel gesungen wird, dann bekomme ich sofort wieder Gänsehaut.“