Nations League: BILD-Kommentar – Aufwachen, Fußball-Deutschland! | Sport

09.06.2025 - Pazartesi 03:22

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Ich kann einen Namen nicht mehr hören: Marc Cucurella.

Nicht, weil das Handspiel des Spaniers damals im EM-Viertelfinale nicht geahndet wurde, sondern weil der ständige Verweis auf dieses Handspiel den Blick auf die deutsche Fußball-Realität zu verstellen droht.

Zu den Fakten: Wir haben bei der EM und beim Nations League Final4 von sieben Heimspielen nur drei gewonnen. Gegen Schottland, Ungarn, Dänemark. Gegen jede große Mannschaft haben wir verloren: Spanien, Portugal, Frankreich. Wenn die Pokale vergeben werden, sitzen wir vor dem Fernseher.

Aber wer weiß, wie das gegen Spanien 2024 gelaufen wäre, wenn Cucurellas Handspiel …

STOP! ES REICHT! FAKT IST: WIR SIND RAUSGEFLOGEN! Wir werden nie erfahren, ob wir gewonnen hätten, wenn es den berechtigten Elfmeter für Deutschland gegeben hätte bzw. wie es anschließend gegen England und Frankreich gelaufen wäre.

Je länger wir uns bemitleiden für dieses Pech, desto länger dauert es, bis wir begreifen, dass wir noch keine Weltklasse-Mannschaft sind. Auch wenn das viele nicht hören wollen: Die EM 2024 war unser schlechtestes Heim-Turnier. 1974 Weltmeister, 1988 Halbfinale, 2006 Platz 3, 2024 Viertelfinale.

Ja, die Stimmung bei der Heim-EM war Weltklasse. Aber unsere Leistung war und ist es nicht.

Bundestrainer Nagelsmann hat einen richtigen, aber auch gefährlichen Satz gesagt nach dem 0:2 gegen Frankreich: „Fürs Gefühl war das ein gutes Spiel, aber das Ergebnis war es nicht.“ Wir dürfen uns nicht in gefühlten Siegen einrichten, sondern müssen nach diesem Nations-League-Ergebnis-Flop Tacheles reden.

Interessante Nagelsmann-Aussage: „Viele sagen immer ‚Julian‘, obwohl ...“

Quelle: BILD/ SID

Warum spielt Wirtz nicht zentral? Warum wieder das Dreierketten-Experiment gegen Portugal? Warum ist es wichtiger, die rechte Seite mit Kimmich gut zu besetzen als das entscheidende Zentrum? Warum sind wir so abschlussschwach? Warum machen uns Einwechslungen schlechter?

Müssen wir uns noch mehr zu Leidenschaft und Teamgeist bekennen, weil wir fußballerisch den Großen unterlegen sind?

Auf diese Fragen muss der Bundestrainer schnell Antworten finden. Vielleicht gelingt das besser, wenn er sich häufiger in Stadien vor Ort seine Kandidaten anguckt. Da gehört ein Bundestrainer am Wochenende mindestens einmal hin – er hat ja sonst so gut wie keine Termine zwischen den Länderspielen.

Nagelsmann hat 12 von 23 Spielen gewonnen. Mit der Sieg-Quote von 52,1 Prozent gewinnen wir keinen Blumentopf. Unser letzter Weltmeister-Trainer Löw kam auf 62,9 Prozent. Nation-League-Finalist de la Fuente (Spanien) liegt bei 81,3 Prozent, der Portugiese Martinez bei 76,7 Prozent.

Aufwachen, Fußball-Deutschland! Und nie wieder Cucurella, bitte …

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