Florian Lipowitz brilliert bei Pyrenäen-Etappe der Tour de France | Sport

17.07.2025 - Perşembe 22:23

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Fährt da Deutschlands neuer Rad-Held?

Was für ein Ritt auf der 12. Etappe der Tour de France von Auch nach Hautacam! Florian Lipowitz (24) vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe kommt sensationell als Dritter hinter Top-Favorit Tadej Pogacar (26/UAE Emirates) und dessen schärfstem Kontrahenten Jonas Vingegaard (28/Visma – Lease a bike) ins Ziel der ersten Pyrenäen-Etappe.

Weltmeister Tadej Pogacar jubelt im Ziel

Weltmeister Tadej Pogacar jubelt im Ziel

Foto: Getty Images

Für den Slowenen der 20. Etappensieg, für den Mann aus Laichingen in Baden-Württemberg der Durchbruch bei der Frankreich-Rundfahrt. Er ist nun Vierter im Gesamtklassement. Das Podium am 27. Juli in Paris ist in Reichweite! Rolf Aldag (56), Sportlicher Leiter von Lipowitz: „Es war eine herausragende Leistung von Florian.“

Zwölf Kilometer vor dem Ziel tritt zunächst Pogacar an und Vingegaard hat Probleme, ihm zu folgen. Auch Lipowitz bleibt im Peloton sitzen, bleibt treu bei seinem Kapitän Primoz Roglic (35). Aber ganz vorn klettert Pogacar dem Etappensieg entgegen und hängt den Dänen um über zwei Minuten ab.

Tadej Pogacar jagte allein dem Etappenziel entgegen

Tadej Pogacar jagte allein dem Etappenziel entgegen

Foto: Sarah Meyssonnier/REUTERS

Wohl die Entscheidung der Tour! Aber was macht Red Bull? „Es ging darum, gemeinsam zu versuchen, Remco Evenepoel auf Distanz zu halten und dann hatte er die Beine. Da gab die Sportliche Leitung mit Enrico Gasparotto das Go“, so Aldag.

Teamchef Ralph Denk (51): „Die Dauphine war sein Saison-Höhepunkt. Dass er den so verlängert zeigt, wie groß sein Motor ist. Mal sehen, wie weit das geht. Ich sagte ihm am Morgen: ‚Einfach genießen!‘ Mit so vielen Leuten ist er noch nie den Berg hochgefahren. Und er hat es genossen.“

Als Lipowitz antritt, sind es noch fünf Kilometer bis ins Ziel. Roglic kann nicht mehr und damit ist klar: Lipowitz ist der neue Kapitän bei Red Bull-Bora-hansgrohe! Der Ex-Skispringer lässt sich im Ziel von Ehefrau Lora (34) mit Küsschen trösten.

„Der Plan war, dass Primoz und ich offene Karten haben, jeder durfte was probieren. Dann dachte ich, ich versuche eine Attacke und nutzte meine Chance mit Vollgas ins Ziel“, sagt Lipowitz in der ARD. „Wir besprechen die Kapitänsrolle für die nächsten Tage im Team.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (47) bei der 12. Etappe der Tour de France

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (47) bei der 12. Etappe der Tour de France

Foto: Benoit Tessier/REUTERS

Selbst er lässt sich das erste große Berg-Spektakel der diesjährigen Tour nicht nehmen: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (47). Der läuft mit Tour-Boss Christian Prudhomme (64) mitten durch die Zuschauer, begrüßt viele der Rad-Fans per Handschlag und empfängt Sieger Pogacar im Ziel.

Dafür hat Lipowitz keinen Blick. Er fährt eines der besten Rennen seines Lebens. Denn tatsächlich hat er in der Gesamtwertung auch Remco Evenepoel (25/Soudal Quick-Step) im Blick. Der Belgier hat einen rabenschwarzen Tag.

Macron direkt am Ziel der 12. Etappe der Tour de France

Macron schaut sich die Zieleinfahrten der Fahrer aus nächster Nähe an

Foto: Sportschau

Schon am ersten Tag in den Pyrenäen erleidet er einen Einbruch und hat mit dem Ausgang der Etappe nichts zu tun. Der Doppel-Olympiasieger von Paris 2024 galt neben den Top-Stars Pogacar und Vingegaard als heißer Anwärter auf die ersten drei Plätze am 27. Juli in Paris.

Wird ganz schwer, denn Lipowitz, der einstige Biathlet, der erst seit fünf Jahren Radsportler ist, zeigt sich in blendender Form. Er nimmt Roglic fast zwei Minuten ab. „Es war zu schnell für mich. Ich fühlte mich sieben Kilometer vor dem Ziel müde. Wenn du die Beine hast, musst du gehen“, sagte Roglic fair.

Der Moment, als Florian Lipowitz das Ziel in Hautacam überquert

Der Moment, als Florian Lipowitz das Ziel in Hautacam überquert

Foto: Getty Images

Und Aldag stellt klar: „Florian musste auch heute nicht auf Roglic warten. Wir haben ihn nie als Helfer ins Rennen geschickt. Es ist jedoch noch ein weiter Weg zu Pogacar und Vingegaard.“

Genau dort, ganz vorn, stellt sich eine rhetorische Frage: Wer soll Pogacar schlagen und das Gelbe Trikot, das er nun wieder hat, abnehmen? Von Folgen seines Sturzes am Mittwoch in Toulouse ist nichts zu sehen. Er dominiert, wie er will. Eine klare Ansage, wer die Tour 2025 gewinnen wird.

Die Fans sind in den Pyrenäen auch an Florian Lipowitz nah dran

Die Fans sind in den Pyrenäen auch an Florian Lipowitz nah dran

Foto: Sarah Meyssonnier/REUTERS

Aldag: „Wir haben heute morgen gesagt, dass wir versuchen, Paris auf dem Podium zu erreichen. Das ist ein harter Weg. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut. Aber jedem ist erlaubt, alles zu träumen.“

Im Bergzeitfahren am Freitag wird nicht geträumt, sondern da heißt es nur Vollgas über elf Kilometer von Loudenville nach Peyragudes. „Da geht es darum, den inneren Schweinehund zu überwinden. Da gibt es wenig Taktik“, so der Ex-Telekom-Profi.

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