Tennis am Rothenbaum: Kaja Juvan siegt für ihren toten Vater | Sport

18.07.2025 - Cuma 18:43

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Der psychische Druck im Tennis-Zirkus. Seit der mutigen Beichte von Deutschlands Nr. 1 Alexander Zverev (28) nach dem frühen Wimbledon-Aus sprechen immer mehr Profis auf der Tour offen über die mentale Belastung.

Auch die Slowenin Kaja Juva (24) hat es erlebt. Vor zwei Jahren war die ehemalige Doppelpartnerin von Wimbledon-Siegerin Iga Swiatek (24/Polen) auf dem Weg nach oben. Doch erst zwickte ein Nerv in der Schulter, dann starb ihr Vater an Krebs. Zu viel für die junge Frau. Als nichts mehr ging, verordnete sie sich eine Auszeit …

„Ich brauchte einige Zeit um auszuruhen und von vorn zu beginnen. Die Tennissaison endet nie. Es ist wichtig, genug Energie zu haben und Spaß an dem zu behalten, was man tut. Sonst ist es sehr hart, durchs Jahr zu kommen.“

Jetzt ist Juva zurück! Und steht beim WTA-250er-Turnier „MSC Hamburg Ladies Open“ (235.585 Euro Preisgeld) am Rothenbaum nach einem 6:4, 6:7, 6:4 gegen Leyre Romero Gormaz (23) am Samstag im Halbfinale.

Im Januar 2024 hatte sie nach den Australian Open die Notbremse gezogen. „Ich hatte das Gefühl, es wäre an der Zeit, Atem zu holen. Nach dem Tod meines Vaters hatte ich nicht wirklich pausiert. Ich habe versucht, einfach immer weiterzumachen. Die Sache mit dem Nerv hing teilweise damit zusammen. Denn wenn man etwas erzwingen will, dann wird es normalerweise schlimmer.“

Tennis am Rothenbaum: Juvan siegt für ihren toten Vater!

Juva verordnete sich Ruhe, begann ein Online-Studium in Psychologie und konsultierte für ihre Schulter drei Spezialisten in Madrid/Spanien. Denn: „Das Nervensystem zu heilen, ist eine ziemlich komplizierte Sache.“

Im Winter stieg Juva wieder langsam ins Training ein – und kehrte Ende Januar zurück auf die WTA-Tour. „Ich habe dieses Jahr ziemlich solides Tennis gespielt“, erzählt die Kunst-Liebhaberin. „Es hat sich konstant verbessert. Aber ich versuche, meine Erwartungen niedrig zu halten. Ich habe immer noch erst vor fünf Monaten mein Comeback begonnen. Ich verbessere mich in jedem Satz ein bisschen. Das ist der Schlüssel.“

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Quelle: YouTube @arynasabalenka

Dazu kommt die Trauerarbeit.

Ihr Vater Robert ist für Juva stets gegenwärtig: „Ich spiele für ihn. Er hat Tennis wirklich geliebt. Er war mein größter Fan und hat immer gesagt, dass ich seinen Traum lebe. Wir hatten eine sehr enge Bindung. Er war der Grund, warum ich angefangen habe. Ein großer Teil von mir fühlt sich mit ihm verbunden. Natürlich ist es manchmal hart, denn ich vermisse ihn. Aber jemanden zu verlieren und zu trauern, ist ein natürlicher Teil des Lebens. Es geht darum, langsam die eigene Sicht auf die Dinge zu verändern. Ich möchte sein Vermächtnis weiterführen. Daraus ziehe ich eine Menge Freude.“

An den Rothenbaum war die Nr. 207 der Welt ohne große Erwartungen gekommen. Nun steht sie überraschend im Halbfinale gegen Anna Bondar (28/Ungarn). Die Titelverteidigerin hatte die an eins gesetzte Ekaterina Alexandrova (30/Russland) mit 6:7, 6:3 und 7:6 aus dem Turnier geworfen.

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