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Die schlimme BKA-Bilanz: 18.085 missbrauchte Kinder! | Politik
21.08.2025 - Perşembe 21:39
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Berlin – Es sind Zahlen, die betroffen machen: 16.354 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren wurden im vergangenen Jahr registriert. Sie stammen aus dem „Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen 2024“.
Die Zahl stellten heute Innenminister Alexander Dobrindt (55, CSU), Holger Münch (64), Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA) und Kerstin Claus (56), unabhängige Beauftragte des Bundes gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM) vor.
Im Vergleich zu 2019 gibt es mehr Opfer. Damals wurden 15.936 Kinder laut der Deutschen Kinderhilfe sexuell missbraucht – im vergangenen Jahr waren es 18.085 Kinder. Innerhalb von fünf Jahren wurden rund 13,5 Prozent mehr Opfer registriert. Das bedeutet: Jeden Tag werden in Deutschland im Schnitt 50 Kinder sexuell missbraucht.
Kindesmissbrauch in Deutschland: Dobrindt stellt neue Zahlen vor
Zur Erklärung: Während bei den „Fällen“ jede angezeigte Straftat gezählt wird, wird bei den „Opfern“ jedes betroffene Kind erfasst – und ein Fall kann mehrere Opfer haben.
„Unglaubliche Dimension“ des sexuellen Missbrauchs
Innenminister Dobrindt: „Die Zahlen beim sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sind erschütternd hoch und bleiben auf einem inakzeptablen Niveau. Wir dürfen uns damit nicht abfinden. Jeder Täter muss konsequent verfolgt werden.“ Die Zahlen zeigten eine „unglaubliche Dimension“, so der Minister.
BKA-Chef Holger Münch sagt: „Angesichts der weiterhin hohen Zahl an Hinweisen auf sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt deren Bekämpfung ein wichtiger Schwerpunkt in der Arbeit der Strafverfolgungsbehörden in Deutschland. Wir haben die personellen Kapazitäten in diesem Phänomenbereich erhöht und bauen auch unsere technischen Fähigkeiten weiter aus.“
Mehr als jedes zweite Opfer kannte seine Peiniger etwa aus der Familie oder aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis. Für die Opfer kann dies zu besonders schweren Traumata führen.
Daniel Grein, Bundesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, zu BILD: „Das Bundeslagebild zeigt: 60 Prozent aller Taten werden innerhalb der eigenen Familie begangen. Die Täter sind nahe Angehörige. Nachbarn oder Bekannte der Eltern. Dafür brauchen wir ein stärkeres Bewusstsein in unserer Gesellschaft.“
Die Tatverdächtigen sind oft jung: Beim sexuellen Kindesmissbrauch war ein knappes Drittel der Verdächtigen unter 18 Jahren alt. 12,1 Prozent oder 1498 Verdächtige waren sogar nicht mal 14 Jahre und damit selbst nicht strafmündig. Knapp drei Viertel der Opfer sexuellen Missbrauchs von Kindern waren Mädchen (73,9 Prozent). In den meisten Fällen sind Täter und Opfer deutsch. Gut 15.000 der Opfer waren Deutsche, nur knapp 3000 waren ausländische Staatsbürger. Der Anteil ausländischer Verdächtiger lag bei 19,7 Prozent.
Familienministerin Karin Prien (60, CDU) sagt in BILD: „Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt ist eine der dringendsten Aufgaben unserer Zeit – analog wie digital. Erschütternd ist, dass noch immer so viele betroffen sind: Die meisten Opfer sind Mädchen, oft kennen sie die Täter aus dem nahen Umfeld, überwiegend sind es Menschen aus dem Bekanntenkreis oder Familienangehörige, aber nicht selten sind die Tatverdächtigen selbst minderjährig.“ Der Schutz junger Menschen vor sexualisierter Gewalt sei eine „gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, so Prien.
Forderung nach mehr Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch
Rainer Becker, Ehrenvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, zu BILD: „Das ist ein trauriges Ergebnis. Nach all den Jahren ist viel zu wenig passiert, um den Schutz der Kinder zu verbessern. Es gibt viel zu wenig Forschung. Es muss systematischer erfasst werden, wer die Täter sind, wo die Tatorte sind, wann die Taten stattfinden.“
Die Zahl der registrierten Kinderpornografie-Delikte (Herstellung, Besitz, Verbreitung) ist 2024 nach dem Rekordwert von 45.191 Fällen im Vorjahr auf 42.854 gesunken – ein Minus von 5,2 Prozent. Doch Experten warnen: Das sei kein echter Rückgang, sondern eine Folge von Gesetzesänderungen.
Seit Mai 2024 gilt laut der Deutschen Kinderhilfe der Besitz von Kinderpornografie nicht mehr als Verbrechen, sondern nur noch als Vergehen. Folge: mildere Strafen, viele Verfahren werden per Strafbefehl erledigt oder eingestellt – und tauchen so gar nicht mehr in der offiziellen Statistik auf.
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