Aufnahme von Afghanen: Nur jeder 8. ausgeflogene Afghane ist Ortskraft | Politik

01.09.2025 - Pazartesi 04:05

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Berlin – Am Montag kommt der nächste Afghanen-Flieger in Deutschland an. In Hannover sollen nach BILD-Informationen aus Regierungskreisen dann rund 50 Personen aus Afghanistan landen, darunter auch Frauen und Kinder (Stand: 28. August 2025, 11 Uhr).

Doch: Nur knapp ein Dutzend der Afghanen an Bord sind sogenannte Hauptantragsteller. Die anderen Personen sind „Familienangehörige“.

Wie viele Afghanen waren wohl Bundeswehr-Helfer?

BILD wollte es ganz genau wissen: Wer ist bisher bereits anlässlich der verschiedenen Aufnahmeprogramme für Afghanen vom Hindukusch nach Deutschland geholt worden? Und wie viele Personen haben dabei der Bundeswehr, dem Bundesnachrichtendienst, der Bundespolizei (alle drei waren jahrelang in Afghanistan aktiv) oder einer anderen deutschen Behörde oder einem anderen deutschen Ministerium als eine sogenannte Ortskraft geholfen?

So viel vorweg: Die Zahlen sind ernüchternd!

▶︎ Gesamtzahl: Insgesamt hat Deutschland seit dem 15. Mai 2021 genau 36.186 Afghanen (Stand: 14. März 2025) anlässlich der verschiedenen deutschen Aufnahmeprogramme für afghanische Staatsbürger aufgenommen (siehe Grafik). Nicht immer ging dabei alles mit rechten Dingen zu, in vielen Fällen waren die Identitäten der Personen ungeklärt (BILD berichtete). Das ging sogar so weit, dass die verschiedenen deutschen Aufnahmeprogramme für Afghanen wegen massiver Sicherheitsbedenken zwischen März und Juni 2023 komplett ausgesetzt wurden.

▶︎ Ortskräfteverfahren: Seit dem Jahr 2013 gibt es bereits das sogenannte Ortskräfteverfahren für Personen, die direkt oder indirekt für exponierte deutsche Stellen in Afghanistan wie etwa die Bundeswehr, den Bundesnachrichtendienst, die Bundespolizei, das Entwicklungshilfeministerium (BMZ) oder das Auswärtige Amt (z. B. DAAD, Goethe-Institut) gearbeitet haben. Voraussetzung für eine Aufnahme ist „eine konkrete oder latente Gefährdung durch diese Tätigkeit“. Bis zum 14. März 2025 wurden hier 20.806 Personen aufgenommen.

Doch: Wie viele Personen davon haben der Bundeswehr & Co. vor Ort wirklich geholfen?

▶︎ Das zuständige Bundesinnenministerium hat diese Zahlen für BILD nun aufgeschlüsselt: Von den 20.806 Personen, die mit dem Ortskräfteverfahren nach Deutschland gekommen sind, sind nur 4411 Personen sogenannte Hauptantragsteller. Sprich: Sie sind tatsächliche Helfer von Bundeswehr & Co.! Der Rest (16.395 Personen) sind demnach „Familienangehörige“.

Das bedeutet: Von den insgesamt 36.186 Afghanen, die aufgrund der verschiedenen deutschen Aufnahmeprogramme für afghanische Staatsbürger bereits von Deutschland aufgenommen worden sind, ist nur jeder 8. ausgeflogene Afghane eine Ortskraft.

Blickt man auf das Ortskräfteverfahren allein (20.806 Personen kamen damit bisher zu uns), so ist nur jeder 5. ausgeflogene Afghane eine echte Ortskraft (ein Bundeswehr-Helfer etc.).

Innenexperte Marc Henrichmann (49, CDU) fordert Konsequenzen aus den Aufnahmeprogrammen der Ampel

Innenexperte Marc Henrichmann (49, CDU) fordert Konsequenzen aus den Aufnahmeprogrammen der Ampel

Foto: picture alliance/dpa

Innenexperte Marc Henrichmann (CDU) zu BILD: „Die Aufnahme vermeintlicher Ortskäfte ist unser Ampel-Erbe. Und die Scholz-Regierung hatte offenbar nicht zuerst den Schutz von echten Ortskräften, sondern eine eher ‚willkürliche Umsiedlung‘ im Sinn. Dafür spricht, dass dubiose, mindestens aber hinterfragenswerte NGOs entscheiden durften, wer zu uns kommen darf und wer als Ortskraft gilt. Die Folgen dieser Zusagen muss jetzt die neue Regierung ausbaden.“ Der CDU-Mann fordert: „Alle zukünftigen Entscheidungen zur Einreise dürfen nur nach einer intensiven Sicherheitsüberprüfung jedes Einzelfalls erfolgen. Alles andere ist unverantwortlich.“

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