Trump zu Tomahawk-Lieferung: Ukraine wird sie „hoffentlich“ gar nicht mehr brauchen | Politik

17.10.2025 - Cuma 21:35

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Washington – US-Präsident Donald Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Freitagabend im Weißen Haus empfangen. Es ging vor allem um eines: die Lieferung von Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine.

Doch: Gleich von Beginn an machte Trump klar, die USA brauchen die Tomahawks selbst. Stattdessen erklärte Trump, dass die Ukraine die Marschflugkörper „hoffentlich“ gar nicht mehr benötigen würde.

Nach dem Treffen äußerte sich Trump auf seiner Plattform Truth Social. Er habe Hoffnung, dass „beide Seiten dort aufhören, wo sie sind“. Selenskyj wiederum sagte, er sei dazu bereit, es hänge allein an Putin. Beim Thema Tomahawks erklärte der Ukraine-Präsident, man habe sich mit den USA darauf geeinigt, sich nicht öffentlich zu äußern.

So lief das Treffen

Trump hatte Selenskyj zum Beginn ihres Treffens im Weißen Haus für seine Stärke gelobt. Es sei ihm eine Ehre, mit einem sehr starken Staatschef zusammenzukommen. Dann sprach der US-Präsident direkt Selenskyjs Kleidung an. Trump: „Ihr Anzug gefällt mir sehr gut.“

Der Ukraine-Präsident war in einem einfachen schwarzen Anzug gekommen – im Unterschied zu seinem Besuch im Weißen Haus im Februar, als er scharf auf seine Kleidung angesprochen wurde.

Zur Erklärung: Seit dem Überfall Russlands im Februar 2022 trägt der ukrainische Präsident Militärkleidung als Symbol dafür, dass sein Land sich in einem Verteidigungskrieg befindet. Es ist ein Signal der Solidarität mit seinen Truppen an der Front.

Gespräch mit Pressevertretern: Selenskyj und seine Delegation auf der linken Seite, Trump und seine Mitarbeiter auf der rechten

Gespräch mit Pressevertretern: Selenskyj und seine Delegation auf der linken Seite, Trump und seine Mitarbeiter auf der rechten

Foto: TOM BRENNER/AFP

Dass er jetzt einen Anzug getragen hat, ist ungewöhnlich – und zeigt, wie ernst es Selenskyj mit seinem Gesuchen nach der Tomahawk-Lieferung ist. Selenskyj lobte auch den US-Präsidenten. Er sagte, dass Trump mit dem Waffenstillstand in Gaza nun die „Dynamik“ habe, den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine zu beenden.

Doch als es zu den Marschflugkörpern kommt, reagierte Trump vorsichtig: „Wir brauchen auch Tomahawks für die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir haben zwar viele davon, aber wir brauchen sie.“ Dann schob er hinterher: Die Ukraine werde die Tomahawks „hoffentlich“ gar nicht erst brauchen.

Der US-Präsident betonte auch immer wieder, dass er glaube, dass sowohl Russlands Machthaber Wladimir Putin als auch Selenskyj Frieden wollen. Und: Das geplante Treffen zwischen Trump und Putin in Ungarn soll voraussichtlich zu zweit stattfinden – und damit ohne direkte Beteiligung der Ukraine.

Selenskyj sprach schon mit Tomahawk-Hersteller

Selenskyj war schon am Donnerstag in Washington eingetroffen und sprach bereits mit Vertretern des US-Rüstungskonzerns Raytheon, der die Marschflugkörper produziert. Ziel sei, „die Luftverteidigung und die Langstreckenfähigkeiten der Ukraine zu stärken“, erklärte Selenskyj. Sogar eine gemeinsame Produktion mit den USA sei im Gespräch.

Keine Raketen für Selenskyj?: Das hat Trump wirklich mit den Tomahawks vor

Quelle: BILD

Die Tomahawks haben eine Reichweite von bis zu 1600 Kilometern – weit genug, um russisches Gebiet zu treffen. Für Kiew wären sie ein strategischer Wendepunkt. Doch Trump äußerte Zweifel: Die USA dürften ihre eigenen Vorräte „nicht erschöpfen“.

Trump plant Treffen mit Putin

Am Donnerstag kündigte Trump ein weiteres Treffen mit Putin an – diesmal in Budapest. „Wir müssen herausfinden, ob wir diesen unrühmlichen Krieg beenden können“, schrieb Trump auf Truth Social. Das Treffen soll „innerhalb der nächsten zwei Wochen“ stattfinden.

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