Nexperia-Krise trifft Autobranche: Produktion in Gefahr | Politik

22.10.2025 - Çarşamba 23:54

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Berlin – Krisen-Schalte am Abend im Bundeswirtschaftsministerium!

Frank Wetzel (60), Staatssekretär für Industrie-Themen im Ministerium von Katherina Reiche, hatte nach BILD-Informationen Vertreter von Unternehmen und Verbänden aus der Automobil- und Elektroindustrie zum Gespräch per Video-Konferenz geladen.

BILD erfuhr aus dem Wirtschaftsministerium, man nehme „die Situation der betroffenen Unternehmen sehr ernst“. Man sei mit Unternehmen und dem niederländischen Staat sowie anderen EU-Partnern im Austausch. „Dafür nutzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Kanäle“, hieß es eindringlich.

Hintergrund: Der niederländische Chip-Hersteller Nexperia liefert seit mehreren Tagen keine oder weniger Halbleiter als sonst aus - die Autoindustrie in Deutschland fürchtet daher Produktionseinschränkungen oder sogar Produktionsstopps.

Bei Volkswagen drohen Produktionsstopps

Bei Volkswagen drohen Produktionsstopps

Foto: picture alliance/dpa

In 10 bis 20 Tagen soll die ganze Lieferkette in der Automobilindustrie betroffen sein, erfuhr BILD aus Branchenkreisen. Der Mangel könne sich über Monate hinziehen. Das wäre ein Desaster für die ohnehin kriselnde Industrie in Deutschland!

Volkswagen muss nach BILD-Informationen die Produktion im Wolfsburger Werk stoppen, in Zwickau kommt Kurzarbeit auf die Beschäftigten zu. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ könnten die Probleme bei Nexperia auch andere Teile der deutschen und europäischen Industrie treffen. Eine Auswertung des Wiener Start-ups Prewave habe ergeben, dass sämtliche führenden europäischen Konzerne in Luftfahrt und Verteidigung Nexperia-Chips aus China nutzen.

Im Maschinenbau seien es 95 Prozent und in der Medizintechnik 86 Prozent. In der Autobranche bezögen 49 Prozent chinesische Nexperia-Halbleiter.

Wie hart trifft es Zulieferer?

Bei dem Krisen-Treffen am Mittwochabend waren auch große Industrie-Zulieferer vertreten. In der Branche gab es zuletzt ebenfalls viele Hiobsbotschaften.

Zulieferer wie ZF haben Taskforces eingerichtet, um die Lage zu bewältigen. Gemeinsam mit Kunden und Lieferanten arbeite man daran, die Lieferketten stabil zu halten und alternative Lieferanten zu prüfen, teilte das Unternehmen mit.

Bei dem weltweit größten Autozulieferer Bosch heißt es, dass „Änderungen in der Außenhandelspolitik oft auch Auswirkungen auf das Geschäft von Bosch“ habe. Man stehe „im engen Austausch mit Nexperia sowie anderen Lieferanten, Vorlieferanten und betroffenen Kunden, um mögliche Produktionseinschränkungen zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten“.

Bosch räumte ein, die aktuelle Situation stelle die Baden-Württemberger „vor große Herausforderungen“.

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