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Schock-Studie: Fast jede zweite Hebamme denkt ans Aufgeben | Politik
25.10.2025 - Cumartesi 13:58
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Essen – Sie bringen Babys auf die Welt, sorgen für das größte Glück, doch fast jede zweite Hebamme will trotz Liebe zum Beruf nicht weitermachen.
Laut einer aktuellen Studie der opta data Zukunfts-Stiftung und dem Deutschen Hebammenverband (DHV) unter mehr als 800 Hebammen denken 44 Prozent der Geburtshelferinnen über einen Berufswechsel nach! Und das, obwohl vier von fünf Befragten ihren Beruf nach eigenen Angaben aus voller Überzeugung und mit Leidenschaft ausüben.
Für die künftige medizinische Begleitung von Geburten kündigt sich ein äußerst beunruhigender Mangel an, der zum Kollaps im Kreißsaal führen kann. „Man muss von einer Schock-Studie sprechen, denn wir sehen deutlich, dass der Beruf der Hebammen regelrecht unverschämt, kurzsichtig und weltfremd ignoriert wurde“, so Studienleiter Prof. Dr. Thomas Druyen in BILD.
Besonders bitter: Laut der Befragung sehen 57 Prozent der Geburtshelferinnen die Zukunft ihres Berufes wegen der immer kritischer werdenden Rahmenbedingungen eher negativ. Nur knapp ein Drittel (30,03 Prozent) eher positiv.
Betreuung wird zunehmend schwieriger
Eine große Mehrheit (83 Prozent) der befragten Hebammen bestätigen, dass sie ihren Beruf gern ausüben – wären da nicht zahlreiche Belastungen:
▶︎ 68 Prozent bemängeln die schlechte Bezahlung,
▶︎ 51 Prozent eine erdrückende Bürokratie und
▶︎ 35 Prozent hohe laufende Kosten als Faktoren, die ihre Arbeit heute und in Zukunft erschweren.
Fazit: Ein Mix von Faktoren, der letztlich zur psychischen Belastung führen kann. Ursula Jahn-Zöhrens, Mitglied im DHV-Präsidium: „Die Ergebnisse der Studie müssen alle wachrütteln! Sie spiegeln das wider, was mir Hebammen aktuell über ihre Situation berichten.“ Sie mahnt: „Es ist nicht egal, wie wir geboren werden!“
„Kinder und Geburt gehören auf Agenda“
63 Prozent der Hebammen fürchten, dass eine angemessene Betreuung werdender Eltern zunehmend schwieriger wird. Vor allem, wenn immer mehr Kliniken geschlossen werden und die Geburtshilfe zentralisiert wird.
Brisant: Die Studie wird nur wenige Tage vor dem Inkrafttreten eines neuen Tarifsystems veröffentlicht, das ab 1. November gelten soll. Freiberuflichen Hebammen drohen damit Gehaltseinbußen von bis zu 30 Prozent.
Druyen warnt: „Seit Jahrzehnten treibt uns der demografische Wandel vor sich her. Weder gibt es Lösungen für ein um 20 Jahre verlängertes Leben, noch hat man proaktive Ideen, wie die allseits bekannte Geburtenlücke geschlossen werden soll.“ Für den Zukunftsforscher gehöre „das Thema Kinder und Geburt ganz oben auf die Agenda.“
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