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160 Millionen Miese in vier Jahren: Droht dem MDR die Pleite? | Politik
15.04.2024 - Pazartesi 15:46
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Teuer, teurer – öffentlich-rechtlicher Rundfunk. Beim MDR (Mitteldeutschen Rundfunk) liegen die Ausgaben inzwischen um 40 Millionen Euro über den Einnahmen. Pro Jahr! Bis Anfang 2025 kann dieser Fehlbetrag mit Geld aus den Rücklagen ausgeglichen werden. Dann sind sie verbraucht – und dem Sender droht bis 2028 ein Minus von 160 Millionen Euro.
Vorausgesetzt, dass der Rundfunkbeitrag wie von den Öffentlich-Rechtlichen erhofft, um 58 Cent auf 18,94 Euro steigt. Wenn nicht, ist das Finanzloch noch größer.
Die Horror-Zahlen verbargen sich hinter der trockenen Überschrift „Information zur finanzstrategischen Ausrichtung des MDR für die Periode 2025 – 2028“ in einer Mail von Intendant Ralf Ludwig (55) an die Mitglieder von Rundfunkrat und Verwaltungsrat. Im Anhang die Präsentation, mit der Ludwig seinen rund 2000 festen und freien Mitarbeitern am Freitag in einer Video-Konferenz erklärt hatte, wie die ARD-Anstalt aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen das Millionen-Desaster abwenden will.
284 Stellen werden nicht wieder besetzt
Jeweils 47 Millionen Euro will der Sender beim Personal sowie bei Programm und Produktion einsparen.
▶️ Um Personalkosten zu senken, plant der MDR ab 1. Juli 2024 bis Ende 2028 Stellen nicht wieder zu besetzen, wenn feste und freie Mitarbeiter in Rente oder Altersteilzeit gehen.
Bereits in diesem Jahr fallen so 41 feste und sieben freie Stellen weg. Bis Ende 2028 beabsichtigt der MDR 284 Stellen einzusparen – und damit 47 Millionen Euro.
MDR-Intendant Ralf Ludwig informierte Mitarbeiter und die Gremien, wie sein Sender Millionen einsparen will
▶️ Noch einmal 47 Millionen Euro sollen bis 2028 beim Programm gestrichen werden. Neben dem Radio-Programm betrifft das vor allem TV-Sendungen.
Vom Verbrauchermagazin „Umschau“ sollen statt 44 nur noch 33 Sendungen pro Jahr produziert werden. „Der Osten – Entdecke wo du lebst“ wird um sechs Neuproduktionen reduziert. Vom politischen Magazin „Exakt“ soll es statt 44 Ausgaben nur noch 21 Ausgaben geben, bei der „Exakt“-Reportage fallen zehn Ausgaben weg.
In einer Präsentation wurden die Gremien über das Millionen-Loch und Sparvorschläge informiert
▶️ Weitere 20 Millionen will der MDR bei der Programmverbreitung sparen, unter anderem durch die UKW-Abschaltung von MDR SPUTNIK ab 2026 und die DVB-T2 HD-Abschaltung besonders kostenintensiver Standorte.
▶️ Bei Immobilien, Service und Verwaltung sollen 18 Millionen Euro gespart werden, dazu 28 Millionen Euro bei ARD-Engagements, vor allem bei Show-Produktionen für Das Erste.
Am Montag wurden die Pläne dem Verwaltungsrat vorgestellt. Der Rundfunkrat folgt am 6. Mai.
„Das sprengt alle Erwartungen“
„In dieser Dimension sprengt das alle Erwartungen“, sagt Rundfunkrat-Mitglied Stefan Gebhardt (50, Linke). Markus Kurze (53), Medienexperte der CDU-Fraktion im Magdeburger Landtag, nennt die Vorschläge „überraschend“. Reform-Diskussionen seien richtig, dürften den MDR aber auch nicht überfordern.
Auf die Frage, ob der MDR pleitegehen könnte, antwortet Kathi Seefeld, Sprecherin der Erfurter Staatskanzlei: „Diese Frage stellt sich wegen der Finanzierungsgrundlage und der Finanzierungssystematik des öffentlich-rechtlichen Rundfunks so nicht.“ Heißt: Verluste werden innerhalb des ARD-Verbundes ausgeglichen.
Aus Sicht der thüringischen Landesregierung sind die Sparpläne des MDR „unternehmerische Entscheidungen und nicht zu beanstanden.“
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