44 Erstklässler bleiben sitzen: Eltern sind sauer auf die Politik | Regional

23.04.2024 - Salı 21:23

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Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) – Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Mittag vor der Gräfenauschule. Eltern stehen vor der Grundschule in Ludwigshafen-Hemshof, um ihre Kinder nach dem Unterricht abzuholen und in die Arme zu schließen. Und doch ist dieser Tag anders: Einige der Eltern sind verärgert, verunsichert. Denn es ist bekannt geworden, dass in diesem Jahr in der Grundschule voraussichtlich 44 von 149 Kindern die erste Klasse wiederholen müssen.

Das bestätigte Schulleiterin Barbara Mächtle (48) dem SWR.

Barbara Mächtle ist Schulleiterin der Grundschule Gräfenauschule

Barbara Mächtle ist Schulleiterin der Grundschule Gräfenauschule

Foto: Uwe Anspach/dpa

Mächtle (48) sagte im vergangenen Jahr zu BILD: „An der Schule hatten schon immer etwa 98 Prozent der Kinder einen Migrationshintergrund. Wer hier aufwächst, lernt nicht zwingend Deutsch, aber in der Schule brauchen die Kinder es dann.“

Eltern warten am Dienstagmittag vor der Gräfenauschule, um ihre Kinder nach dem Unterricht in Empfang zu nehmen

Eltern warten am Dienstagmittag vor der Gräfenauschule, um ihre Kinder nach dem Unterricht in Empfang zu nehmen

Foto: Horst Welke

44 – das ist eine erschreckende Zahl. Und es sind sogar noch fünf Kinder mehr als im vergangenen Jahr. Damals waren es 39 der 126 Erstklässler, die die erste Klasse wiederholen mussten.

Salam Alrubaye: „Das Problem liegt nicht an der Schule, sondern an dem Umstand, dass es für viele Kinder keine Kita-Plätze gibt“

Salam Alrubaye: „Das Problem liegt nicht an der Schule, sondern an dem Umstand, dass es für viele Kinder keine Kita-Plätze gibt“

Foto: Horst Welke

„Für viele Kinder gibt es keine Kita-Plätze“

Salam Alrubaye (54) wartet vor der Schule. Er möchte seine Tochter Safa (7) abholen. Er ist sauer – auf die Politik: „Das Problem liegt nicht an unserer Schule, sondern an dem Umstand, dass es für viele Kinder keine Kita-Plätze gibt. Denn gerade Kinder aus ausländischen Familien, die selbst kein Deutsch können, sind darauf angewiesen, dass die Kinder schon vor der Schule die Sprache lernen. Zum Glück bekam meine Tochter einen Kita-Platz und kann mittlerweile besser Deutsch als ich.“

Der Vater stolz zu BILD: „Meine Tochter ist eine gute Schülerin. Sie wird in die zweite Klasse versetzt.“

Mutter Nicoletta Schembri (34) mit Tochter Sofia (7). Das Mädchen besucht die erste Klasse der Gräfenauschule. Auch Sofia wird in die zweite Klasse versetzt

Mutter Nicoletta Schembri (34) mit Tochter Sofia (7). Das Mädchen besucht die erste Klasse der Gräfenauschule. Auch Sofia wird in die zweite Klasse versetzt

Foto: Horst Welke

„Die Politiker tun zu wenig, um ausländische Mitbürger zu integrieren“

Nicoletta Schembri (34) holt ihre Tochter Sofia (7) ab. Sie sagt: „Die Politiker tun zu wenig, um ausländische Mitbürger zu integrieren. Darunter leiden auch die Kinder, die dann oft ohne ein Wort Deutsch zu sprechen in die Schule kommen. Es sollte unbedingt mehr Integrations-Programme geben und vor allem Kindergärten-Plätze, damit die Kleinen frühzeitig unsere Sprache und Kultur kennenlernen.“

Was sagt die Politik zu den Problemen an der Gräfenauschule?

Dr. Stefanie Hubig (55, SPD) ist seit Mai 2016 sie Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz

Dr. Stefanie Hubig (55, SPD) ist seit Mai 2016 sie Ministerin für Bildung in Rheinland-Pfalz

Foto: Arne Dedert/dpa

„Das Ministerium für Bildung und die Schulaufsicht haben die Situation (...) der Grundschule Gräfenau im Besonderen stets im Blick und haben zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Situation dort zu verbessern“, teilte ein Sprecher des Ministeriums der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig (55, SPD) auf BILD-Anfrage mit.

Und weiter: „Vor dem Hintergrund der massiven Unterstützung, die an dieser Schule angekommen ist und die seit einem Jahr noch einmal deutlich ausgebaut wurde, überrascht uns die Ankündigung der Schulleitung in den Medien, dass möglicherweise erneut mehr Kinder die erste Klasse wiederholen werden.“

Der Appell des Ministeriums: „Alle müssen hier mithelfen, jeder in seinem Verantwortungsbereich.“ Der Sprecher zu BILD: „Ministerium und Schulaufsicht werden deshalb in engem Kontakt mit der Schulleitung und dem Kollegium die Ursache für diese Entwicklung erörtern.“

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