Die Chemnitz 99ers reisen genervt zum wichtigsten Spiel ihrer Vereinsgeschichte.
Am Mittwoch (18 Uhr, Dyn überträgt live/Anzeige) spielen die Sachsen im Final-Rückspiel des Basketball Fiba Europe Cups beim türkischen Klub Bahcesehir College in Istanbul.
Das Hinspiel hatte Chemnitz am Mittwoch mit 85:74 gewonnen.
Zwischen den beiden Endspielen ging es am Sonntag in der Easycredit Basketball Bundesliga zur BG Göttingen. Dort verspielen die Chemnitzer einen 24-Punkte-Vorsprung, müssen auch noch in die Overtime. Und verlieren am Ende 99:100.
Danach sieht es zu Beginn nicht aus! Im ersten Viertel legt die Truppe von Trainer Rodrigo Pastore einen 9:0-Lauf hin, führt schnell mit 18:7. Nach den ersten zehn Minuten steht's 28:20.
In der Pause zeigt der übertragende Sender Dyn Werbung. Als die Regie wieder in die Halle schaltet, steht das Dance Team der Göttinger auf dem Parkett.
Über die Lautsprecher schallt der Country-Dance-Knaller „Cotton Eye Joe“ aus dem Jahre 1994 von Rednex.
Kommentator Arne Malsch muss über die Musik-Auswahl des Hallen-DJs lachen, sagt in Richtung seines Experten Patrick Femerling: „Erst einmal hört Patrick jetzt hier sein Lied in der Halle 'Cotton Eye Joe'. Das sage ich allen, die es nicht so genau hören.“
Kevin Yebo machte 16 Punkte für Chemnitz
Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto
Im zweiten Viertel hat Göttingen nichts zu lachen. Mitten in den 16:0-Lauf der Chemnitzer zu Beginn des Abschnitts platzt die Nachricht, dass Heidelberg die Bayern geschlagen hat. Die MLP Academics sind ein Konkurrent der Göttinger im Kampf um den Klassenerhalt.
Fast sechs Minuten benötigt der Gastgeber für die ersten Punkte in dem Viertel. Zu Halbzeit führt Chemnitz 51:37.
Niners-Star Kevin Yebo bei Dyn: „Ich bin so la-la zufrieden.“
Zur Niederlage der Bayern sagt er: „Es wäre geil, wenn wir als Tabellen-Erster in die Play-offs gehen könnten …“ Durch einen Sieg würde Chemnitz auf Platz 1 springen.
Rostock lebt noch! Verrückter Seawolves-Dreier ebnet Sieg
Quelle: DYN MEDIA21.04.2024
Göttingen kommt nach der Halbzeit auf 53:60 ran. Vor allem dank Umoja Gibson und seinen Dreiern.
Nach 30 Minuten steht's 60:71 aus Sicht der Heimmannschaft.
Im letzten Viertel kommt Göttingen der Sensation immer näher, kämpft sich Korb um Korb ran. 6,6 Sekunden vor dem Ende stellt Gibson durch zwei Freiwürfe sogar auf 89:89. Verlängerung!
In der Overtime geht Göttingen zum ersten Mal seit dem 5:4 im ersten Viertel wieder in Führung. Malch: „Hier brennt die Sparkassen-Arena, die Stimmung ist fantastisch!“
Am Ende bringt Göttingen den Sieg über die Ziellinie. Für die BG ist es gerade mal der zweite Sieg in den letzten acht Spielen. Und ein ganz wichtiger im Abstiegskampf.
Göttingens Zac Ensminger: „Der Wille hat das Spiel entschieden.“
Top-Scorer: Wes van Beck (24 Punkte) für Chemnitz, Gibson und Bodie Hume (jeweils 21) für Göttingen.