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Auf Kosten der Wirtschaft: Der Staat stellt immer mehr Menschen ein | Politik
05.07.2024 - Cuma 00:19
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Der Staat stellt kräftig ein, in der Industrie fallen Arbeitsplätze weg – so unterschiedlich sieht die Entwicklung auf dem Jobmarkt aus.
Das zeigt der jetzt herausgegebene Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit, der sich auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Jobs nach Wirtschaftszweigen im April 2024 bezieht.
▶︎ Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Leiharbeiter um 64 000, die der Beschäftigten in der Industrie um 49 000 und im Bau um 20 000 – und das, obwohl Wohnungsmangel herrscht!
Insgesamt haben sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen jedoch zugenommen, stiegen gegenüber dem Vorjahr um 183 000 auf 34,87 Millionen. Allen voran im öffentlichen Sektor.
Während die Wirtschaft mittlerweile in ihr sechstes Jahr der Stagnation geht und zwischendurch sogar in die Rezession rutschte, stellt der Staat, der den öffentlichen Sektor dominiert, stark ein.
[-->Vier zentrale Bereiche aus dem öffentlichen Sektor verbuchen besonders viele neue Beschäftigte:
- Gesundheitswesen (plus 57 000)
- Pflege und Soziales (plus 48 000)
- Öffentlicher Dienst (plus 47 000)
- Erziehung und Unterricht (plus 32 000)
Zusammen rund 184 000 Beschäftigte!
▶︎ Laut einer Studie des Ifo-Instituts wächst der Bereich „Öffentlicher Dienst“ bereits seit 2008 schneller als die Bevölkerung; insbesondere auf Landesebene und in den Kommunen.
Während im Jahr 2008 noch 55 Beschäftigte je 1000 Einwohner im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, waren es im Jahr 2022 laut Studie rund 62. Dies entspricht einem Anstieg von 13 Prozent.
Getrieben ist dieser Beschäftigungsanstieg demnach von der öffentlichen Verwaltung, dem Bereich „Soziales und Jugend“ und der Beschäftigung an Hochschulen.
[-->Saugt der Staat der Wirtschaft die Leute weg?
Was bedeutet diese Entwicklung für Deutschland und die Wirtschaft, hat BILD Experten befragt.
► Prof. Joachim Ragnitz (63, Ifo-Institut): „Es ist eine schlechte Entwicklung, wenn der Staat viele Leute einstellt und dies zulasten der Wirtschaft passiert. Denn dies bedeutet auch: Das geht zulasten des Wirtschaftswachstums.“
▶︎ Top-Ökonom Prof. Jens Südekum (48, Uni Düsseldorf): „Der Abbau der Industriebeschäftigung ist besorgniserregend. Der Staat braucht auch viele Leute. Aber die Industrie finanziert am Ende den Staat.“
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