Brisanter Vorstoß: CDU-Studenten wollen Faule aus Wohnheimen schmeißen | Politik

26.07.2024 - Cuma 14:42

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Wohnungen werden immer mehr zum Luxus-Gut – und sind gerade für Studenten oft unbezahlbar.

Knapp 40 Prozent der Studenten in Deutschland haben weniger als 800 Euro im Monat zum Leben. Folge: Bewerberansturm auf die wenigen vorhandenen günstigen Wohnheimplätze des Studentenwerks.

Beispiel Hamburg: In der Hansestadt standen kurz vor Beginn des Wintersemesters 2023 mehr als 2600 neue Namen auf der Bewerber-Warteliste für die insgesamt 4400 – überwiegend voll besetzten – Plätze in 26 Wohnheimen.

Die Studentenwerke bieten deutschlandweit rund 195 000 Wohnplätze für den Uni-Nachwuchs an. Das entspricht einer bundesweiten Unterbringungsquote von 9,61 Prozent zu einer Durchschnittsmiete von 279,92 Euro.

Das ist so konkurrenzlos günstig, dass es sich aus Sicht des RCDS zu viele Kommilitonen in den Heimen bequem machen. Und damit soll aus Sicht des Rings Christlich-Demokratischer Studenten jetzt Schluss sein.

Er hat Mut zu unpopulären Forderungen: RCDS-Bundesvorsitzender Lukas Honemann

Er hat Mut zu unpopulären Forderungen: RCDS-Bundesvorsitzender Lukas Honemann

Foto: Clemens Hutgens

RCDS-Bundeschef Lukas Honemann sagte BILD, er fordere, dass „faule Studenten im 30. Semester aus Studentenwohnheimen entfernt werden“. „Wir sind für den Ausbau der Wohnheime – aber nur für die, die auch zügig studieren“. Als Richtschnur schlägt er vor: „Ein Semester über der Regelstudienzeit, dann muss man raus.“

Damit könnten sofort Wohnheimplätze frei werden. Der RCDS appelliert an die CDU-Führung, das Thema ins Wahlprogramm für die Bundestagswahl aufzunehmen. Die brisante Forderung wurde bereits in ein Eckpunktepapier für die Programmkommission aufgenommen.

Studentenheim in Berlin-Friedrichshain

Studentenheim in Berlin-Friedrichshain

Foto: Jörg Bergmann

Tatsächlich sind die Regeln laut Studierendenwerk aktuell deutlich laxer. Auf BILD-Anfrage hieß es: „Wie lange Studierende in den Wohnheimen bleiben, ist recht unterschiedlich und individuell geprägt.“ Es gebe Richtlinien, die die Studierendenwerke „regional unterschiedlich gestalten, aber immer an ihrem gemeinnützigen Zweck ausrichten“. „In der Regel liegt die Höchstdauer bei sechs bis acht Semestern. Eine Verlängerung aus besonderen Gründen wie einer ehrenamtlichen Tätigkeit ist meist möglich.“

Allein mit der Kündigung aller Langzeitstudenten ist es aber aus Sicht des RCDS noch nicht getan. Nötig sei auch eine Bau-Offensive und ein kommunal finanzierter Wohnortszuschlag für teure Studien-Städte wie Hamburg, München oder Berlin. Denn aktuell sei es so, dass BAföG-Empfänger ohne reiche Eltern dort als Opfer einer „sozialen Auslese“ ohne Wohnheimplatz gar nicht mehr studieren könnten …

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