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Denkmalschutz: Behörde stoppt Abriss von Chemnitzer Wahrzeichen | Regional
05.09.2024 - Perşembe 14:59
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Wer die A4 in Chemnitz passiert, kennt die „Bunte Esse“ von Chemnitz. Die Landmarke ist u. a. ein Wahrzeichen der Kampagne, mit der die westsächsische Industriemetropole für die Kulturhauptstadt Europas im kommenden Jahr wirbt. Doch nun ist der 302 m hohe „Lulatsch“ vom Abriss bedroht.
Der Schornstein (erbaut 1984) gehört zum ehemaligen Chemnitzer Heizkraftwerk Nord und wurde betrieben von Energieversorger „eins energie“. Im Januar wurde die Anlage stillgelegt. Der will nun offenbar Teile des ehemaligen Heizkraftwerkes abreißen.
Ein entsprechender Antrag auf Teilabbruch ging zwischenzeitlich bei der Stadt Chemnitz ein, muss bis 25. September beschieden werden. Das geht aus einem Schreiben des sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege an die Stadt Chemnitz hervor, das BILD vorliegt.
Und auch der Rest des Schreibens hat’s in sich. Denn die Denkmalschützer haben sämtliche Abrisspläne für das ehemalige Heizkraftwerk mit dem Schornstein vorerst gestoppt!
„Um irreversible bauliche Schritte zu vermeiden, machen wir geltend, dass das HKW Nord inklusive der zugehörigen Infrastrukturbauten im öffentlichen Straßenraum auch ohne Eintrag in das Verzeichnis der Kulturdenkmale (…) dem Denkmalschutz im Sinne des sächsischen Denkmalschutzgesetzes unterliegt“, heißt es in dem Schreiben.
▶ Ein Abrisstopp offenbar in letzter Sekunde.
Denn einen Besichtigungstermin, den die Denkmalbehörde mit Eigentümer „eins energie“ eigentlich vereinbart hatte, fällt erst auf 30. September. Also eine Woche, nachdem die Abrissgenehmigung von der Stadt hätte erteilt werden sollen.
Offenbar wollen die Denkmalschützer des Freistaates nun die gesamte Anlage zum Kulturdenkmal erklären, damit jeglichen Abriss verhindern, kündigen schriftlich gegenüber der Stadt Chemnitz an: „Die Präzisierung des Denkmalumfangs wird nach der Ortsbesichtigung am 30. September vorgenommen. Anschließend werden wir das Benehmensschreiben zur Erfassung des HKW Nord als Kulturdenkmal ausfertigen.“
Der französische Konzeptkünstler Daniel Buren und die damalige Generaldirektorin der Kunstsammlungen Chemnitz, Ingrid Mössinger, während der Installation der LED im Jahre 2012
Ein Abriss ist damit vom Tisch, der der Bestand der 302 m hohen „Bunten Esse“ als das vermutlich höchstes Kunstwerk der Welt gesichert.
Die 18.000 Quadratmeter große Außenhülle des Schornsteins war 2013 nach einem Entwurf des französischen Künstlers Daniel Buren (86) mit 168 LED-Leuchten in sieben etwa gleich großen farbigen Abschnitten versehen worden. Seither leuchtet die „Esse“ nachts von Aquamarin bis Verkehrsgelb über die Stadtgrenzen hinweg.
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