Intel-Krise: Das sagen die Magdeburger | Politik

24.09.2024 - Salı 14:12

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Magdeburg – Die Nachricht vom Intel-Stopp löst in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt verschiedenste Reaktionen aus. Die Palette reicht von Enttäuschung bis Erleichterung. Aber die meisten Magdeburger hoffen weiter.

Die geplante Mega-Investition versprach den Wirtschaftsaufschwung für die gesamte Region im Norden Sachsen-Anhalts. Die Verwaltung rechnete mit dem Anwachsen der Stadt um 10 000 Menschen, insgesamt 30 Milliarden (rund ein Drittel davon als Subvention durch den Staat) sollten investiert werden.

Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris (61, parteilos) bleibt zuversichtlich. „Die Größe und Lage der von Intel erworbenen Fläche ist einzigartig und optimal für die Ansiedlung. Deshalb rechne ich damit, dass Intel in maximal zwei Jahren den Baustart vollziehen wird.“

Auch Ministerpräsident Reiner Haseloff (70, CDU) glaubt weiter an das Projekt: „Wir müssen jetzt einen Break machen und uns auf die neue Zeitschiene von Intel einlassen.“

Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, betont: „Wichtig ist es, dass die jetzt freigewordenen Gelder nicht im normalen Bundeshaushalt verschwinden. Wenn diese nun anderweitig verwendet werden sollen, dann muss man sie zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland nutzen.“

Und was denken die Magdeburger? BILD hörte sich um.

Der Finanzexperte

Finanzmakler Jens Hellbach (51) aus Magdeburg sieht auch Chancen

Finanzmakler Jens Hellbach (51) aus Magdeburg sieht auch Chancen

Foto: Christian Schroedter

Finanzmakler Jens Hellbach (51) aus Magdeburg sieht auch eine Chance in der neuen Situation: „Jetzt liegt es an den Verantwortlichen vor Ort, aktiv mit der Situation umzugehen. Ressourcen wie Gelder und Arbeitskräfte, die bisher an das Projekt gebunden waren, werden frei und können für neue Vorhaben genutzt werden. Hoffentlich beschränkt man sich nicht darauf, die kommenden zwei Jahre mit Durchhalteparolen zu überbrücken.“

Der Gastro-Unternehmer

Olaf Bernhardt (58) hofft, dass die Stadt in den Verträgen auch für schlechte Zeiten vorgesorgt hat

Olaf Bernhardt (58) hofft, dass die Stadt in den Verträgen auch für schlechte Zeiten vorgesorgt hat

Foto: Christian Schroedter

Gastro-Unternehmer Olaf Bernhardt (58, „Curry54“): „Die Spatzen haben es ja schon lange von den Dächern gepfiffen. Intel wäre wirklich gut gewesen für uns, für die ganze Region. Aber ich persönlich habe vor dem ersten Spatenstich – der ja nun erst einmal nicht kommt – sowieso an nichts geglaubt. Ich hoffe, dass die Verträge so gestaltet sind, dass auch für schlechte Zeit vorgesorgt wurde.“

Der Kaffee-König

Jung-Unternehmer Julian König (38): „Wir machen unsere Investition nicht von Intel abhängig“

Jung-Unternehmer Julian König (38): „Wir machen unsere Investition nicht von Intel abhängig“

Foto: Christian Schroedter

Julian König (38) von der Kaffee-Rösterei KRÖM: „Wir haben die gesamte Entwicklung der Ansiedlung in den letzten Wochen und Monaten verfolgt und uns durchaus positive Effekte für die ganze Landeshauptstadt erhofft.“ Der Jungunternehmer öffnet gerade sein zweites Geschäft in der Magdeburger City, sagt: „Eigene unternehmerische Entscheidungen haben wir aber nicht an die Ansiedlung von Intel gekoppelt. Sicher freuen sich andere Branchen über die Fachkräfte, die sich jetzt anderweitig umsehen.“

Der Stadtrat

Dennis Jannack (50) hofft auf eine „Investitions-Offensive OST“

Dennis Jannack (50) hofft auf eine „Investitions-Offensive Ost“

Foto: Christian Schroedter

Stadtrat Dennis Jannack (50, Linke) meint: „Wir müssen jetzt nach vorn blicken und eine Perspektive für den Wirtschaftsstandort Magdeburg schaffen. Eingeplante Gelder sollten nicht zur Haushaltssanierung eingesetzt werden. Es wäre besser, wenn die Mittel für eine ˛Investitions-Offensive Ost’ genutzt werden.“

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