Arbeitgeber vor Tarifrunde: Schnelle Klarheit „nicht um jeden Preis!“ | Politik

11.10.2024 - Cuma 08:51

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140 000 Metaller im Norden fordern mehr Geld und bezahlte Auszeit.

Dienstag starten die Tarif-Verhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft fordert 7 Prozent mehr Lohn, 170 Euro plus für Azubis und die Möglichkeit, für z.B. Ehrenamt weniger zu arbeiten – bei gleichem Gehalt!

Passt das in die Zeit? Die Metaller arbeiten auf Werften, im Maschinen- und Anlagenbau der Auto-Industrie, der Medizin-Technik. Eine Branche und Betriebe, die massiv zu kämpfen haben: Kostendruck, Abwanderung, Insolvenzen.

Jetzt kündigt Arbeitgeber-Verhandlungsführerin Lena Ströbele in BILD an: „Wir sind dabei, uns in den Gremien abzustimmen. Ich bin dafür, dass wir am Dienstag ein Angebot mitbringen werden. Wir wollen, dass es vorwärts geht, und das geht nur, wenn wir konkret werden.“

Ströbele sagt über die Verhandlungen: „Ein Flächentarifabschluss muss für 80 Prozent der Unternehmen leistbar sein“

Ströbele über die Verhandlungen: „Ein Flächentarifabschluss muss für 80 Prozent der Unternehmen leistbar sein“

Foto: emha

Betriebe melden: „Wir sind im freien Fall!“

Doch sie sieht die Lage angespannt: „‚Wir sind im freien Fall‘ – so beschreiben es viele Unternehmen. Die Wirtschaft schrumpft weiter, kündigt Minister Habeck an. Wir können nicht einfach die Augen vor der Lage verschließen und sagen ‚Weiter so‘.“

Ist trotzdem was drin? „Wir wollen auch etwas für die Beschäftigten tun. Aber nicht in einem Rahmen, der die Abwärtsspirale weitertreibt, denn sonst gefährden wir damit weiter Betriebe und Jobs. Geld hoch, Arbeitszeit runter – wie soll das das Problem lösen, das wir gerade haben? Das wird nicht funktionieren.“

Was muss passieren, damit es aufwärts geht?

Nordmetall-Vize Ströbele fordert für die Wirtschaft erst Stabilisierung, dann Aufschwung. „Es traut sich aus der Regierung derzeit aber offensichtlich niemand, Initiativen auf den Weg zu bringen, die wirklich Wirkung entfalten. Z.B. Unternehmenssteuern auf max. 25 Prozent begrenzen! Entfesselung von der Bürokratie, die immer mehr wird! Eine Energiepolitik, die Sicherheit und Planbarkeit bietet!“

Doch nur auf die Regierung zu schimpfen, greife aus ihrer Sicht zu kurz: „Für mutige und große Entscheidungen braucht es auch eine Akzeptanz in der Gesellschaft.“

Gespräch bei Lürssen in Bremen: Lena Ströbele mit BILD-Reporter Hagen Meyer

Gespräch bei Lürssen in Bremen: Lena Ströbele mit BILD-Reporter Hagen Meyer

Foto: emha

Was sie meint: „Das erinnert mich an die Entwicklung, die wir im Verteidigungsbereich erlebt haben. Durch die veränderte Sicherheitslage sind viele Schritte gegangen worden, die noch vor Kurzem unmöglich schienen. Diesen Mentalitätswechsel brauchen wir auch im Umgang mit der Wirtschaft.“

Wann soll der Tarifvertrag stehen? Ströbele: „Ich halte schnelle Klarheit für alle Beteiligten für sinnvoll, am liebsten innerhalb der Friedenspflicht. Aber nicht um jeden Preis!“

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