Niedersachsens Schulpolitik: Lehrermangel bremst Unterricht | Politik

24.01.2025 - Cuma 04:46

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Bei der Schulpolitik tritt Niedersachsen auf der Stelle.

Kultusministerin Julia Willie Hamburg (38, Grüne) stellte am Mittwoch die aktuellen Zahlen zu Lehrern, Schülern und Unterrichtsversorgung vor - und fuhr dafür heftige Kritik ein.

Wie im vergangenen Schuljahr liegt die Unterrichtsversorgung landesweit bei gerade einmal 96,9 Prozent. Zwar seien mehr Lehrer eingestellt worden als in den Ruhestand gingen - insgesamt handele es sich um 532 zusätzliche Stellen. Allerdings sei gleichzeitig die Zahl der Schüler um 4600 auf nun 881.745 gestiegen.

Lehrerverbände stellen Ministerin mieses Zeugnis aus

Während die Kultusministerin von „Stabilität und Verlässlichkeit“ spricht, stellen ihr Lehrerverbände ein miserables Zeugnis aus. „Es bleibt dabei, die Unterrichtsversorgung an unseren Schulen ist weiterhin schlecht“, beklagt Torsten Neumann (57), Vorsitzender des Verbands Niedersächsischer Lehrkräfte. An vielen Schulen, vor allem im ländlichen Raum sowie an Real-, Ober-, Haupt- und Förderschulen, sei sie sogar „katastrophal“.

[-->„Die Lage ist und wird sehr angespannt und belastend bleiben“, stellt Neumann fest. Für das kommende Halbjahr hatte das Kultusministerium 1160 Lehrerstellen ausgeschrieben, davon seien bisher 858 Posten besetzt - eine Quote von 74 Prozent.

„Auch das ist nicht gut“, meint Stefan Störmer (56), Landeschef der Lehrergewerkschaft GEW. „Die Ministerin hatte immer wieder betont, dass das Land Niedersachsen 2460 Lehrkräfte-Stellen vorhalten und besetzen will. Die vorgestellten Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache.“ Derzeit leisteten zu wenig Lehrkräfte die Arbeit von vielen. „Das Ministerium muss endlich gegensteuern!“, fordert Störmer.

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (38, Grüne)

Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (38, Grüne)

Foto: Julian Stratenschulte/dpa<!-->

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Kultusministerin Hamburg verweist auf weitere Verbesserungen bei der Lehrergewinnung. U.a. hätten weitere Lehrer in Teilzeit ihr Stundenkontingent freiwillig aufgestockt. Für pensionierte Lehrkräfte wurde die Hinzuverdienst-Grenze gestrichen.

Ihr Fazit: „Jede weitere Lehrkraft hilft uns angesichts steigender Schülerzahlen und steigender Bedarfe, dem Abwärtstrend - also einer sinkenden Unterrichtsversorgung - entgegenzuwirken.“

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