Merz’ neuer Digital-Chef: Spricht hier der heimliche Wirtschaftsminister? | Politik

13.05.2025 - Salı 18:51

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Zum ersten Mal gibt es in Deutschland ein „richtiges“ Digitalministerium – und zum ersten Mal trat der neue Chef heute vor das politische Berlin!

Kanzler Friedrich Merz (69, CDU) will mit Karsten Wildberger als Digitalminister die Kompetenz eines Unternehmenslenkers in die Regierung bringen. Der ehemalige Top-Manager sprach am Dienstagabend auf dem Tag der Wirtschaft des Wirtschaftsrats der CDU.

Wildberger war vor dem Amtsantritt seit 2021 Vorstandschef der Ceconomy AG (früher Metro AG), der die Einzelhandels-Riesen MediaMarkt und Saturn angehören.

▶︎ „Deutschland muss die erste Wahl sein für digitale Geschäftsideen“, sagte Wildberger selbstbewusst. Er wolle „Freiheit für unternehmerisches Handeln“ und „Chancen auf Wachstum und Arbeitsplätze“.

Seine Dynamik und Wortwahl drängten die Frage auf: Spricht hier der heimliche Wirtschaftsminister?

„Es geht um die Zukunft unseres Landes!“ – Wildberger machte sofort klar, wie groß die Aufgabe ist, die auf ihn und sein neu geschaffenes Ministerium zukommt. Für Digitalisierung gebe es keinen Schalter, „der Prozess braucht Zeit, Mut und Ausdauer!“

Problem: Gerade unter zähen Prozessen und altmodischer Verwaltung ächzen Unternehmen in Deutschland derzeit. Sie brauchen dringend Abhilfe.

Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest (56) zu BILD: „Die Aufgabe von Herrn Wildberger ist ebenso wichtig wie anspruchsvoll: Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung muss einhergehen mit dem Abbau unnötiger Regulierungen und dem Abbau von Bürokratie.“ Das würde nur gehen, „wenn Bereitschaft besteht, staatliche Eingriffe tatsächlich zurückzunehmen“.

Prof. Clemens Fuest erwartet von der neuen Regierung den Abbau von Regularien

Prof. Clemens Fuest erwartet von der neuen Regierung den Abbau von Regularien

Foto: Angelika Warmuth/REUTERS

▶︎ Das Ressort nennt sich deshalb Digitales und Staatsmodernisierung (Wildberger: „Das eine geht nicht ohne das andere“) und soll das anpacken, was Deutschlands Unternehmen vom Staat erwarten und bisher zu selten bekamen: schlanke und moderne Verwaltung mit weniger Bürokratie.

Dazu: Künstliche Intelligenz und Cloud-Dienste sollen gefördert werden, neue Rechenzentren gebaut werden. Der Ausbau von Glasfaser und 5G-Netz soll kommen. Wildberger will eine europaweite „digitale Identität“, heißt: ein Ausweis auf dem Smartphone.

„Was für ein Privileg, was für eine Chance“

Zum ersten Mal steht Digitales in dem neu geschaffenen Haus im Vordergrund. Ab 2013 gab es ein Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, 2021 kam die symbolische Umbenennung zum Bundesministerium für Digitales und Verkehr. Jetzt alles neu!

„Was für ein Privileg, was für eine Chance“, sagte der Digitalminister. Wildberger strahlt zumindest glaubhaften Optimismus aus, den Deutschland gut brauchen kann.

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