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Energie-Wahnsinn: Deutschland verramscht so viel Ökostrom wie nie! | Politik
28.08.2025 - Perşembe 10:28
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Berlin – Negativrekord bei den Strompreisen! In diesem Jahr lagen die Strompreise schon so viele Stunden unter null wie im gesamten vergangenen Jahr. Heißt: Netzbetreiber müssen Abnehmer bezahlen, um ihren überschüssigen Strom loszuwerden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Berechnung der Energiesoftware-Firma 1KOMMA5° auf Basis von Daten der Netzagentur. Im Durchschnitt lagen die Negativpreise 2025 bei rund minus 1,3 Cent pro Kilowattstunde. Am 11. Mai sank der Börsenstrompreis kurzzeitig sogar auf minus 25 Cent pro Kilowattstunde.
Die Minuspreise sind ein großes Problem: Sie verteuern den Strom doppelt – für Verbraucher und Steuerzahler!
„Wie eine Entsorgungsgebühr für Strommüll“
▶︎ Prof. Dr. Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereiches „Umwelt und Ressourcen“ am Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung, sagt BILD: „Negative Strompreise sind die Folge von hohen Überschüssen an Solarstrom. An sonnigen Tagen kann das Stromangebot die inländische Nachfrage erheblich übersteigen. Deshalb muss zusätzliche Nachfrage im Ausland geschaffen werden: Länder wie die Niederlande oder die Schweiz nehmen uns den überschüssigen Strom gegen Geld ab.“
Es komme noch viel häufiger vor, dass die Strompreise nahe null sind. „Dann verramschen wir den nicht benötigten Strom“, erklärt Frondel. Sind die Preise sogar unter null, wird das Verramschen umso teurer. „Das ist wie eine Entsorgungsgebühr für Strommüll“, sagt Frondel.
Steuerzahler blecht die Differenz
Er erklärt: „Der Steuerzahler muss die Differenz für die fixe Vergütung des Solarstroms, die bezahlt wird, obwohl der Strom nicht gebraucht wird, und dem Börsenstrompreis bezahlen. Je öfter der Börsenstrompreis in die Knie geht, desto teurer wird es für den deutschen Steuerzahler.“ Logische Folge: „Der Steuerzahler muss den Sonnenschein immer mehr fürchten!“
Vor zehn Jahren lag der Anteil von Grünstrom in Deutschland bei knapp 34 Prozent. Jetzt sind es rund 61 Prozent.
Frondel kritisiert: „Die Energiewende, besonders bei Solar, ist unkoordiniert und unsynchronisiert.“ Der Ausbau an Netzen und Speichern hält nicht Schritt mit dem Ausbau der Erneuerbaren.
Wir zahlen den Teuer-Strom doppelt
Immer öfter müssen deshalb Windräder und Sonnenanlagen abgestellt werden, weil das Netz überlastet und dessen Stabilität gefährdet ist. Abgeschaltete Wind- und Solarparks erhalten von den Netzbetreibern Entschädigungen für nicht verkauften Strom. Diese werden über die Netzentgelte (Gebühr für Stromnetz-Nutzung) auf die Verbraucher umgelegt.
▶︎ Auch bei negativem Strompreis kassieren Grünstrom-Produzenten weiter eine garantierte Vergütung. Den Betrag zwischen negativem Strompreis und der garantierten Vergütung zahlt der Steuerzahler! Frondel: „Im Jahr 2024 waren das 18,5 Milliarden Euro. Tendenz steigend!“
Wer profitiert denn von den ultraniedrigen Strompreisen? Nur sehr wenige Verbraucher. Die Firma 1KOMMA5° erklärt’s: „Verbraucher in Deutschland können von negativen Börsenstrompreisen profitieren. Mindestvoraussetzung dafür ist ein intelligenter Stromzähler (Smart Meter), der den Stromverbrauch in Echtzeit misst, und ein dynamischer Stromtarif. Bisher verfügen jedoch weniger als drei Prozent aller Haushalte in Deutschland über einen Smart Meter.“
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