Polit-Prominenz im Wahlkampf: Promi-Schlacht um die NRW-Rathäuser | Politik

14.09.2025 - Pazar 15:24

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Düsseldorf – Sie gaben sich regelrecht die Klinke in die Hand: Kaum ein Promi der Berliner Bundespolitik, der nicht im Kommunalwahlkampf in Nordrhein-Westfalen mitgemischt hat. So viel Prominenz, obwohl es „nur“ um regionale Parlamente und Rathäuser geht?

Ein Grund könnte darin liegen, dass laut „NRW-Check“ vieler Tageszeitungen (Juli 2025) zwar 67 Prozent der Befragten angaben, dass kommunale Themen für sie bei der Wahl ausschlaggebend sind. Aber: 56 Prozent sagten auch, dass sie bei der Kommunalwahl üblicherweise jener Partei ihre Stimme geben, die sie auch bei der Bundes- oder Landtagswahl wählen. Eine Aussage, die bei 13,7 Millionen Wahlberechtigten und den aktuellen Bundes-Umfragen großes Gewicht hat.

Kein Wunder also, dass in den vergangenen Wochen das „Who-is-Who“ der Politik in NRW unterwegs war. DAS warfen die Parteien alles in die Wahl-Schlacht:

► Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) hatte eine regelrechte NRW-Woche, die beim CDU-Landesparteitag in Bonn begann. Danach ging es u. a. zum offiziellen Antrittsbesuch bei Ministerpräsident Hendrik Wüst (50, CDU) und seinem Kabinett in Münster sowie zur Inbetriebnahme des Super-Computers „Jupiter“ in Jülich. Sogar noch am Vorwahl-Samstag nahm er mit Düsseldorfs OB Stephan Keller (54, CDU) einen Termin bei „Henkel“ wahr.

Beim Besuch des historischen Rathauses trinkt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aus dem goldenen Hahn der Stadt Münster. Im Hintergrund OB Markus Lewe (CDU)

Beim Besuch des historischen Rathauses trinkt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aus dem goldenen Hahn der Stadt Münster. Im Hintergrund OB Markus Lewe (CDU)

Foto: Guido Kirchner/dpa

Als ein inoffizieller Höhepunkt des CDU-Wahlkampfes gilt aber der Auftritt von CSU-Landeschef Markus Söder (58) im münsterländischen Bocholt, im Heimatwahlkreis von Hendrik Wüst. Dort inszenierten sich die früher so rivalisierenden Ministerpräsidenten als „ziemlich beste Freunde“.

Fast das ganze Bundeskabinett kam nach NRW

Auch Außenminister Johann Wadephul, Familienministerin Karin Prien, Gesundheitsministerin Nina Warken, Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, Verkehrsminister Patrick Schnieder und selbst Kanzleramtschef Thorsten Frei nahmen für die CDU Termine im Wahlkampf wahr.

Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) bei einem Wahlkampfbesuch in Solingen

Sozialministerin Bärbel Bas (57, SPD) bei einem Wahlkampfbesuch in Solingen

Foto: Henning Kaiser/dpa

► Die SPD fuhr ebenfalls Prominenz auf! Für sie war die Duisburgerin, Parteichefin und Sozialministerin Bärbel Bas (57) im Ruhrgebiets-Dauereinsatz. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf (34) hatte ebenfalls viele Termine. Neben Verteidigungsminister Boris Pistorius (65) und Bauministerin Verena Hubertz (37) reiste auch Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (47) an, absolvierte Bürgerdialoge, ging zum Kneipen-Talk nach Köln, griff in Lüdenscheid sogar zur Gitarre, besuchte das Unternehmen Evonik – insgesamt acht Termine in einer Woche.

SPD-Chef und Finanzminister Lars Klingbeil spielte bei einem Wahlkampfauftritt in Lüdenscheid sogar Gitarre

SPD-Chef und Finanzminister Lars Klingbeil spielte bei einem Wahlkampfauftritt in Lüdenscheid Gitarre

Foto: larsklingbeil/Instagram

► Die Grünen waren mit den Parteichefs Felix Banaszak (35) und Franziska Brantner (46) unterwegs, ebenso die Spitze der Bundestagsfraktion, Katharina Dröge (40) und Britta Haßelmann (63). Auch Ex-Parteichefin Ricarda Lang absolvierte insgesamt elf Auftritte.

► Die FDP setzte stark auf Landeschef Henning Höne. Parteichef Christian Dürr kam nur einmal nach NRW, am Montag, 8. September, nach Ratingen und Düsseldorf. Europa-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann kam zu einer Veranstaltung in ihre Heimatstadt Düsseldorf.

AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla bei seinem NRW-Auftritt auf Schloss Burgau (Düren).

AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla bei seinem NRW-Auftritt auf Schloss Burgau (Düren).

Foto: ddp/Revierfoto

► Auch die AfD setzte wenig auf Prominenz aus Berlin: Parteichef Tino Chrupalla (50) etwa war einmal in Nordrhein-Westfalen: in Düren auf Schloss Burgau.

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