Große Einheitsfeier: Merkel kritisiert die Rednerliste | Politik

06.10.2025 - Pazartesi 19:18

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Saarbrücken – Die Spitzen der Republik kommen heute in Saarbrücken zusammen, um 35 Jahre deutsche Einheit zu feiern. Mit Spannung wird die Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU) erwartet. Doch eine wichtige Persönlichkeit fehlt: seine Vorvorgängerin.

Angela Merkel (71, CDU) ist trotzdem präsent. Denn in einem Interview des ZDF-„Heute-Journal“ sprach sie über den großen Jahrestag – und hatte eine kritische Anmerkung.

Mit Blick auf die Rednerliste (nach Bundeskanzler Friedrich Merz tritt Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron auf) sagte die Altkanzlerin, sie hätte sich eher jemand anderen gewünscht als Macron.

„So sehr ich Präsident Macron schätze, aber vielleicht hätte man auch jemanden aus Osteuropa oder aus Ostdeutschland als Gastredner nehmen können“, sagte Merkel.

Womöglich mit Blick auf den ungarischen Regierungschef? Merkel hatte vor wenigen Tagen in Budapest Ministerpräsident Viktor Orbán (62) besucht, der ihr aus Anlass der Veröffentlichung der ungarischen Ausgaben ihrer Memoiren „Freiheit“ einen feierlichen Empfang bereit hatte.

Viktor Orbán begrüßt Angela Merkel in Budapest

Viktor Orbán begrüßt Angela Merkel in Budapest

Foto: EPA<!-->

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Orbán hatte Bilder von dem Treffen auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Diese zeigen die beiden Politiker beim Blick auf die Aussicht auf die Donau. Orbán schrieb dazu: „Einmal Kanzlerin bedeutet bei uns immer Kanzlerin. Willkommen in Ungarn, Angela Merkel“.

Der Festakt zum 35. Jahrestag der Wiedervereinigung wird am Freitag in Saarbrücken begangen, weil das Saarland das derzeitiges Vorsitzland im Bundesrat ist. Vor Merz wird deshalb Saarland-Regentin Anke Rehlinger (49, SPD) zu den Festgästen sprechen.

Spannende Frage bei Merz ist, ob er im Stil des verstorbenen früheren Bundespräsidenten Roman Herzog eine „Ruck-Rede“ halten wird, um das Land zu animieren, mehr aus seinen Möglichkeiten zu machen, wie zuvor in Regierungskreisen spekuliert worden war.

[-->Merz sagte im Vorfeld dazu nur, er wolle eine entschieden in die Zukunft gerichtete Ansprache halten. Schon bei der CDU-Mittelstandsunion MIT vor einer Woche war aber seine Botschaft: „Hören wir doch mal auf, so larmoyant und so wehleidig zu sein in diesem Land.“ Und: „Das Glas ist nicht halb leer, das Glas ist halb voll.“

War das die Generalprobe für den großen Tag von Saarbrücken?

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