BSW-Chefin Wagenknecht in Magdeburg: Kein Rückzug aus der Politik! | Politik

07.12.2025 - Pazar 02:41

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Magdeburg – Neuer Name, aber die Chefin bleibt … Wer geglaubt hat, Sahra Wagenknecht (56) würde nach dem Verzicht auf den Partei-Vorsitz und der Namensänderung beim BSW leiser werden, liegt vollkommen falsch.

„Freuen Sie sich nicht zu früh – nein, ich ziehe mich nicht zurück“, ruft die BSW-Gründerin in Richtung ihrer politischen Gegner – und erntet von den 660 Delegierten in der Messe Magdeburg frenetischen Jubel. Eine Stunde lang spricht sie, dann verlässt sie das Rednerpult. Ihre Botschaft: „Mit mir werden Sie in der deutschen Politik noch lange rechnen müssen.“

Wagenknecht räumt Parteivorsitz – nicht die Bühne

Wie angekündigt gibt Wagenknecht auf dem Parteitag in Magdeburg den Parteivorsitz ab. Neue BSW-Parteichefs sind zwei enge Vertraute von ihr: Fabio De Masi (93,3 Prozent) und die bisherige Co-Chefin Amira Mohamed Ali (82,6 Prozent). Künftig will die Parteigründerin eine neue Grundwertekommission leiten.

Gefeiert wie ein Popstar: Sahra Wagenknecht bleibt die starke Frau des BSW, der auch Co-Chefin Amira Mohamend Ali (45) applaudiert

Gefeiert wie ein Popstar: Sahra Wagenknecht bleibt die starke Frau des BSW, der auch Co-Chefin Amira Mohamend Ali (45) applaudiert

Foto: RONNY HARTMANN/AFP

Ihr eigentliches Ziel ist ein anderes. Wagenknecht will zurück in den Bundestag – als Fraktionschefin. Entweder nach einer möglichen Neuauszählung, die das Bundesverfassungsgericht anordnen könnte, aber immer unwahrscheinlicher wird. Oder nach der nächsten Wahl.

Ihre Rede macht vor allem eines deutlich: Das BSW bleibt untrennbar mit Wagenknechts Person verbunden. Auch wenn sie den Vorsitz abgibt und die Partei ab Oktober nicht mehr Bündnis Sahra Wagenknecht heißt. Kaum betritt sie die Bühne, kippt die Stimmung in der Messehalle: Euphorie, Applaus, Standing Ovations.

Was gut ankommt: Sie spricht auch über Fehler. Vor allem bei der Aufnahme neuer Mitglieder sei vieles schiefgelaufen. Der frühere Kurs: zu streng, zu langsam. Künftig entscheidet nicht mehr der Parteivorstand über jede einzelne Aufnahme. Wer keinen Hinderungsgrund liefert, soll künftig zwei Monate nach Antragstellung Mitglied sein. Wagenknecht gibt zu: „Dass wir Leute draußen lassen, hat viele verprellt.“

Wagenknecht: „Partei durchlebt schwierige Zeiten“

Wagenknecht spricht offen über die Probleme ihrer Partei. In Sachsen-Anhalt sagt sie klar: „Unsere Partei durchlebt gerade schwierige Zeiten.“ Die aktuellen Umfragewerte von rund vier Prozent – kein Grund zur Freude.

Von Wagenknecht als Nachfolger wärmstens empfohlen: Fabio de Masi (45)

Von Wagenknecht als Nachfolger wärmstens empfohlen: Fabio De Masi (45)

Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Mit ihrer Rede brachte Wagenknecht den Parteitag voll auf Linie. Überraschungen blieben bei der Wahl des Parteivorstandes aus. Auch die Umbenennung ging mit großer Mehrheit durch. BSW steht ab 1. Oktober 2026 nicht mehr für Bündnis Sahra Wagenknecht, sondern wie vom Parteivorstand vorgeschlagen für „Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft“.

Fest steht: Sahra Wagenknecht will auch in einem neu aufgestellten BSW die starke Frau an der Spitze bleiben.

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