AfD: Darum brach die ARD das Weidel-Interview nicht ab | Politik

21.07.2025 - Pazartesi 05:44

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Berlin – Nach dem Eklat beim Sommer-Interview mit Alice Weidel verteidigt der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios, Markus Preiß, den Umgang mit der Stör-Aktion. Die AfD-Chefin und Preiß hätten während eines eingespielten Beitrags kurz darüber ausgetauscht, „wie wir mit der Situation weiter umgehen“, erklärte er in der „Tagesschau“. „Und wir waren uns einig: Wir setzen das Interview fort.“

In den sozialen Medien hatte es zuvor Kritik gehagelt, weil die ARD das Interview nicht unterbrochen und in ein Studio verlegt hatte. Der Sender sei dafür verantwortlich, Politikern aller Parteien in den Interviews gleiche Bedingungen zu garantieren, argumentierten Anhänger der Partei. Gegner werteten das Vorgehen als „Werbung für die AfD“.

Das Erste reagierte mit dem Versprechen, aus der Sendung Schlüsse zu ziehen und in Zukunft Vorkehrungen zu treffen. „Ein ungestörter Ablauf der Interviews ist in unserem Interesse“, so eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Preiß räumte ein, dass er und Weidel sich während des Gesprächs rein akustisch nicht mehr verstanden hätten. „Das war sicher ein Interview unter Extrem-Bedingungen“, so der Moderator. „Der Ort, an dem die Sommer-Interviews stattfinden, ist ein öffentlicher Ort. Da gibt es immer mal Geräusche – auch mal Protest-Rufe.“ Doch mindestens zur Hälfte des Interviews sei klar gewesen, dass es sich um eine gezielte, große Stör-Aktion handelte.

Preiß bedauert nicht gestellte Fragen

Etwa zwei Dutzend Demonstranten hatten sich unterhalb des Interview-Standorts am Reichstag auf der anderen Uferseite der Spree versammelt – und das Gespräch mit lauten Trillerpfeifen, Sprechchören und Hupen gestört. Nach einigen Minuten spielten sie über Lautsprecher das Lied „Scheiß AfD Jodler“ vom Corner Chor aus Augsburg ab.

Spätestens an diesem Punkt waren Weidel und Preiß auch für den Zuschauer nicht mehr zu verstehen. Trotzdem lief das Interview weiter. „Ich muss sagen: Auch von Alice Weidel war das schon sportlich angesichts der Lautstärke“, erklärte Preiß. „In Deutschland darf jeder demonstrieren, das ist ein gutes demokratisches Recht. Normalerweise werden Demos aber angemeldet. Und diese war es nicht.“

Die „Omas gegen Rechts“ sprengten das Weidel-Interview auf der Terrasse vom Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Die „Omas gegen Rechts“ sprengten das Weidel-Interview auf der Terrasse vom Marie-Elisabeth-Lüders-Haus

Foto: Geisler-Fotopress

Die Berliner Polizei kündigte inzwischen an, Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Demonstranten zu prüfen. Festnahmen gab es nicht.

Für die ARD ist der Vorfall heikel. Der Sender lädt AfD-Politiker mit dem offenkundigen Anspruch ein, sie inhaltlich zu stellen. Aus der Partei kommt aber immer wieder der Vorwurf, nicht neutral zu sein. Preiß erklärte, es sei aus journalistischer Sicht „schade, dass einige Fragen, die wir der AfD gern noch gestellt hätten, dem Lärm zum Opfer gefallen sind“. Die ARD kündigte an, das Interview intern auszuwerten.

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