AfD-Krah mit DDR-Vergleich beim 1. Auftritt nach Spionage-Skandal | Politik

01.05.2024 - Çarşamba 16:16

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Ein enger Mitarbeiter wurde als mutmaßlicher China-Spion enttarnt und vom BKA eingelocht. Noch vor einer Woche wollte die AfD deshalb ihren umstrittenen Europa-Star Maximilian Krah verstecken.

Keine Plakate, keine Werbevideos, keine Auftritte. So die Ansage der Parteispitze um Weidel und Chrupalla. Beim Europawahlkampf-Auftakt der Partei in Donaueschingen am Samstag fehlte der 47-Jährige deshalb noch.

Doch nur vier Tage später – bei seinem „Heimspiel“ zum 1. Mai in Dresden – stand Krah wieder auf der Bühne. Und teilte aus! Die Strategie: Er ist das Opfer. Russengeld, China-Spionage – alles Kampagne, alles Verschwörung der „anderen“. „Die wollen, dass ihr Spione sucht“, wetterte Krah vor rund 500 AfD-Anhängern auf dem Neumarkt.

Dresden war ein Heimspiel für AfD-Mann Maximilian Krah. Inklusive Jubelperser

Dresden war ein Heimspiel für AfD-Mann Maximilian Krah. Inklusive Jubelperser

Foto: Getty Images

Und er verglich seine Kritiker ausgerechnet mit den Kommunisten in den 50er-Jahren. Die hätten den „kapitalistischen Kartoffelkäfer und nicht die falsche Politik“ für den Niedergang im Osten verantwortlich gemacht. „Kapitalistische Kartoffelkäfer sind die Spione von heute“, so Krahs bizarrer DDR-Vergleich.

Zudem: Der Vergleich von Menschen mit Ungeziefer wirkt gerade bei Politikern vom rechten Rand und mit Blick auf die deutsche Geschichte äußerst unappetitlich.

Selbstkritik, ein Wort der Erklärung? Fehlanzeige.

Krah pöbelte: „Natürlich sind Spione ein Problem. Und natürlich gibt es Spione in Deutschland. Und natürlich gibt es auch Spione in der AfD – vom Verfassungsschutz.“

Eine Anspielung auf Ungereimtheiten um das sächsische Landesamt für Verfassungsschutz mit dem mutmaßlichen Spion der China-Stasi, Jian Guo. BILD hatte enthüllt, dass der bereits seit 2007 beim Verfassungsschutz als Informant geführt wurde. Bald sei dann der Verdacht aufgekommen, dass Guo als Spion für die Chinesen arbeitete. Erst 2018 hatte der sächsische Verfassungsschutz den Mann „abgeschaltet“.

Chrupalla vermied konsequent, mit Krah gemeinsam aufzutreten

Erst nachdem der Chinesen-Spion in der vergangenen Woche festgenommen wurde, hatte sich Krah von seinem Mitarbeiter getrennt, räumte ein: „Vermutlich gab es auch einen Spion in meinem Büro. Und ich werde das nicht kleinreden. Wir werden es aufarbeiten, wir werden es aufklären, wir werden euch Rechenschaft ablegen.“

Damit war das Kapitel dann auch abgeschlossen. Stattdessen wieder Attacke und zurück in die Opferrolle. „Über uns wird Dreck ausgekübelt. Wer zu solchen Mitteln greift, hat Angst“, behauptete Krah unter dem Beifall seiner Anhänger.

Doch so ganz ungetrübt blieb die Wohlfühlatmosphäre auf dem Dresdner Neumarkt dann doch nicht. Denn auch Parteichef Tino Chrupalla (49) hatte sich als Redner in Dresden angekündigt, vermied es allerdings konsequent, gemeinsam mit seinem eigenen Europa-Spitzenkandidaten aufzutreten und kam stattdessen erst zwei Stunden nach Krah auf die Bühne. Kein Foto, kein gemeinsames Jubelbild.

Und auch während Chrupallas Rede – kein Wort zu oder über Krah. Stattdessen Attacken auf EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen („gefährlichste Frau Europas“) und eine halbherzige Erklärung für die mutmaßlichen Russen- und China-Connections seiner Partei: Kontakte ins Ausland seien Zeichen der Völkerverständigung. Das allerdings sieht die Bundesanwaltschaft aktuell deutlich anders.

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