Afrikaner fordern: Provinz soll nach Reichskanzler benannt werden | Politik

30.05.2024 - Perşembe 13:19

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Bemerkenswerte Forderung aus Afrika: Einwohner der Provinz Sambesi (Nord-Namibia) verlangen, dass ihre Region den Namen eines deutschen Reichskanzlers tragen soll. Sie haben bereits das alte Grenz-Schild abgerissen und unter Jubel weggeschafft! „Caprivi“ soll die Region (wieder) heißen – nach Deutschlands Reichskanzler Leo von Caprivi (starb 1899).

Die Forderung geht von Stammesführern und Einwohnern aus, wie der „Namibian“ auf seiner Titelseite berichtet. Caprivi regierte von 1890 bis 1894 in Berlin als Nachfolger von Otto von Bismarck – als Namibia als „Deutsch-Südwest“ noch Kolonie war.

Die Bewohner der Sambesi-Region wollen, dass ihre Provinz wieder Caprivi heißt – wie der deutsche Reichskanzler, berichtet der „Namibian“ auf Seite 1.

Die Bewohner der Sambesi-Region wollen, dass ihre Provinz wieder Caprivi heißt – wie der deutsche Reichskanzler, berichtet der „Namibian“ auf Seite 1.

Foto: Namibian<!-->

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Bereits bis 2013 trug die Sambesi-Region im Caprivi-Zipfel (fiel im Zuge des Helgoland-Sansibar-Tausches unter Bismarck ans Deutsche Reich) den Namen Caprivi – wie der „Zipfel“ insgesamt noch heute, wurde dann umbenannt. Zum Ärger vieler Bewohner!

Reichskanzler Leo von Caprivi (starb 1899)

Reichskanzler Leo von Caprivi (starb 1899)

Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Celeste<!-->

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Bei dem Namen Caprivi gehe es um „kulturelle Identität“, sagen die Einwohner.

Die nennen sich selbst stolz „Caprivier“, fühlen sich von der Zentralregierung übergangen. Schlimmer noch: Namibias „Abgrenzungskommission“ habe Caprivi mehrfach verkleinert.

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„Namibian Lives Matter“ will Caprivi zurück

„Namibian Lives Matter“-Boss Sinvula Mudabeti zürnt: „Der Verlust von angestammtem Land hat zu schmerzhaften Erinnerungen geführt, wie das postkoloniale Leben für die Bewohner zu einem Leben voller Verlust, Schmerz und Diskriminierung geworden ist.“

Sambesi-Gouverneur Lawrence Sampofu (68) nahm eine Petition aufgebrachter Einwohner entgegen, will sie an Präsident Nangolo Mbumba (82) übergeben. Sampofu war allerdings verärgert, dass das „Sambesi“-Schild von wütenden Einwohnern bereits herausgerissen und zur Versammlung mitgebracht wurde. Grund: nicht erlaubt!

Sambesi-Gouverneur Lawrence Sampofu (68): „Ich werde das Schild nicht mitnehmen“. Grund: Es dürfe nur offiziell entfernt werden. „Haben Sie das verstanden?“, wetterte er

Sambesi-Gouverneur Lawrence Sampofu (68): „Ich werde das Schild nicht mitnehmen“. Grund: Es dürfe nur offiziell entfernt werden. „Haben Sie das verstanden?“, wetterte er

Foto: Namibian Broadcasting Corporation<!-->

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Sampofu: „Ich werde das Schild nicht mitnehmen. Es darf nur von Rechts wegen entfernt werden. Haben Sie das verstanden?“ Worte, die im Tumult untergingen. Das Anliegen allerdings unterstützt der Gouverneur.

Blessing Wanda, Führer der Zambezi Development Association, will das ungeliebte Namensschild direkt in die Hauptstadt loswerden: „Wir übergeben das Schild mit der Petition dem Präsidenten!“ Applaus der Einwohner. Auch Namibias Staatsfernsehen NBC berichtete.

Diaz Silubanga: „Wenn ich mich nicht als Caprivier bezeichnen kann, dann habe ich meine Identität verloren“

Diaz Silubanga: „Wenn ich mich nicht als Caprivier bezeichnen kann, dann habe ich meine Identität verloren“

Foto: caprivihopeforlife<!-->

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Einwohner Diaz Silubanga sagte dem „Namibian“: „Wenn ich mich nicht als Caprivier bezeichnen kann, dann habe ich meine Identität verloren.“

[-->Menschenrechtler forderte, Caprivier sollten sich sogar Deutschland anschließen dürfen

Klingt wie eine afrikanische Frucht, ist aber der Name eines deutschen Reichskanzlers: In Namibias Hauptstadt Windhuk gibt es bis heute eine „Caprivistraße“

Klingt wie eine afrikanische Frucht, ist aber der Name eines deutschen Reichskanzlers: In Namibias Hauptstadt Windhuk gibt es bis heute eine „Caprivistraße“

Foto: Sebastian Geisler<!-->

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Die Caprivier sind seit jeher eigen, haben sogar eine andere Zeitzone als der Rest des Landes. Um die Jahrtausendwende versuchte eine Caprivi-Rebellengruppe, sich militärisch von Namibia loszukämpfen, Dutzende landeten wegen Hochverrats im Gefängnis. Namibia-Menschenrechtler Phil ya Nangoloh (69) verfasste 2013 ein 58-seitiges Gutachten zu der Frage, ob Caprivi „dekolonisiert“ werden müsse – und zwar von Namibia (liegt BILD vor).

Seine bemerkenswerte Forderung damals gegenüber dem heutigen BILD-Reporter: In einer Volksabstimmung sollten die Caprivier sogar die Möglichkeit bekommen, dafür zu stimmen, sich wieder Deutschland anzuschließen! Bindend wäre ein solches Votum allerdings nicht.

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