Ägypten verhaftet Influencerinnen: Videos auf TikTok, Instagram führen zu Haftstrafen | Politik

25.12.2025 - Perşembe 16:14

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Es ist nur ein harmloses Tanzvideo. Eins, wie man sie zu Tausenden auf Social Media finden kann. Nicht weiter erwähnenswert – es sei denn, es hat eine Frau aus Ägypten gemacht. Dann gilt es als „unsittlich“ und die Frauen, die es wagten, Lebensfreude zu zeigen, landen für Jahre im Knast.

In den vergangenen Monaten hat sich die Welle der Festnahmen beschleunigt. Seit August wurden laut 134 Gerichtsverfahren mindestens 167 Personen verhaftet – so viele wie seit 2020 nicht mehr. Das Innenministerium stellt seine Erfolge offen zur Schau. Auf der offiziellen Facebook-Seite zeigt es Fotos der Festgenommenen mit verpixelten Gesichtern, in Hauskleidung, umringt von beschlagnahmtem Geld, Mobiltelefonen und Fotoequipment. Minuten später wird die Aktion gefeiert.

Sicherheitskräfte gehen gegen Social Media vor

Es sind Frauen wie Mawada Al-Adham. Die Influencerin wurde im Juni 2021 vom Strafgerichtshof in Kairo wegen „Menschenhandels“ zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Ihr Fall wurde berühmt, weil sich Menschenrechtsorganisationen für sie einsetzten. Die Anklage wegen Menschenhandels basierte darauf, dass sie Kinder in ihren Videos auf TikTok und Instagram zeigte, was die Behörden als Ausbeutung und Verletzung familiärer Werte einstuften. Zuvor wurde sie bereits wegen „Verletzung familiärer Werte“ verurteilt, jedoch später freigesprochen.

Auch die Verhaftung von Haneen Hossam erlangte traurige Berühmtheit

Auch die Verhaftung von Haneen Hossam erlangte traurige Berühmtheit

Foto: Instagram/hanin_7ossam

Ihr Fall steht exemplarisch für den gemeinsamen Nenner aller Urteile: Die Betroffenen sollen auf Social Media Inhalte veröffentlicht oder beworben haben, die die Behörden als moralisch anstößig einstufen. Dabei werden Frauen am häufigsten beschuldigt. 107 der Festgenommenen sind weiblich, berichtet die Ägyptische Initiative für Persönliche Rechte (EIPR). Ziel der Verhaftungen sei es, persönliche Entscheidungen zu Kleidung und Selbstinszenierung zu kontrollieren und ein konservatives, idealisiertes Frauenbild durchzusetzen.

Auch Männer wurden festgenommen, weil ihre Inhalte nicht dem „akzeptablen Männlichkeitsideal“ entsprachen, weil sie zum Beispiel Make-up, lange Haare oder Schmuck trugen. Laut Human Rights Watch (HRW) dokumentierten die Anwälte der EIPR außerdem, dass die Behörden Homosexualität verfolgen. Als Beweismittel dienen dabei private Inhalte aus Chat-Apps. Es reicht aber auch aus, wenn man Tätowierer ist, denn Tätowierungen gelten in Ägypten häufig als verboten. Ebenfalls betroffen ist ein Komiker, der ein Interview in Umgangssprache gab, was manche als vulgär bewerten.

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