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Anweisung an Lehrer in Hamburg: Keine Gedenkminute zum 7. Oktober | Regional
08.10.2024 - Salı 11:45
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Hamburg – Am 7. Oktober jährt sich das größte Massaker gegen Juden seit dem Holocaust. Doch statt am Jahrestag an Schulen über den Terrorangriff der Hamas zu sprechen oder um die Opfer zu trauern, werden Hamburger Lehrer aufgefordert, explizit keine Schweigeminute abzuhalten – sondern mit ihren Schülern Origami (japanische Papierfalt-Kunst) zu basteln.
„Verzichtet auf große Gesten wie Schweigeminuten, Aufforderungen zur Trauer oder Empathie. Verzichtet auch auf das gemeinsame Schauen von Reportagen in der nächsten Woche“, heißt es in einem Brief zum 7. Oktober an alle Lehrer in Hamburg.
Eine japanische Legende besagt, dass, wer 1000 Kraniche aus Papier faltet, einen Wunsch erfüllt bekommt
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Kinder sollen statt zu trauern Kraniche basteln
Absender ist das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI), das zur Hamburger Schulbehörde gehört. Es unterstützt die Lehrerbildung und -fortbildung in Hamburg und trägt zur Weiterentwicklung des Schulsystems bei.
Alternativ-Vorschlag in dem Brief an die Lehrkräfte aller Hamburger Schulen: „Gemeinsam 1000 Kraniche der Hoffnung zu falten.“
Mit diesem Brief richtete sich das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung an Hamburger Lehrer
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Schulsenatorin wusste nichts von dem Brief
Erklärt wird das damit, dass viele Schüler direkt oder indirekt betroffen und emotional involviert seien. „Es soll an diesem Tag nicht um Sachinformationen, um richtig / falsch und das große ,Aber ...´ gehen.“ Seltsam: In der gesamten Woche soll auch auf das „gemeinsame Schauen von Reportagen“ verzichtet werden.
Aus der Behörde von Schulsenatorin Ksenija Bekeris (46, SPD) heißt es auf BILD-Anfrage: Man habe von dem Schreiben des eigenen Landesinstituts nichts gewusst und distanziere sich klar davon. Sprecher Peter Albrecht: „Wir sind im Gegenteil der Meinung, dass Schweigeminuten und andere Formen des Trauerns ermöglicht werden müssen.“ Der Newsletter würde jetzt inhaltlich und formell aufgearbeitet, dienstrechtlich und aufsichtlich bewertet.
Ksenija Bekeris (46, SPD) ist seit Januar Schulsenatorin in Hamburg
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Antisemitismusbeauftragter ist entsetzt
Stefan Hensel, Hamburgs Antisemitismusbeauftragter, ist entsetzt über den Rundbrief: „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich eine werteorientierte Erziehung für ihre Kinder wünschen. Wie kann es sein, dass ein so wichtiges Thema, das an Schulen zu Konflikten führt, aus dem Unterricht verbannt wird?“
Nicht gefragt: Der Antisemitismusbeauftragte Stefan Hensel
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Es sei wichtig, dass Kinder lernen, Fake News von Fakten zu unterscheiden. „Nur dann werden sie nicht auf Extremisten und Islamisten hereinfallen, die Massaker an Juden in Israel und der ganzen Welt verherrlichen“, so Hensel weiter. Aber er sei innerhalb eines Jahres nur zu einer einzigen Schule eingeladen worden, um mit Schülern ins Gespräch zu kommen. „Das ist ernüchternd. Ich hatte gehofft, dass es da einen Wunsch nach Austausch gibt.“
[-->Keine öffentliche Gedenkzeremonie der Stadt
Nicht nur an Hamburger Schulen blendet man den Horror des 7. Oktobers aus. Es wird keine öffentliche Gedenkzeremonie der Stadt für die Opfer des Massakers geben, auch in der Bürgerschaft keine Gedenkminute. Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Hamburg: „Das können wir nur zur Kenntnis nehmen, ist aber nichts Neues für uns.“
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