Asyl und Migration: Im Afghanen-Flieger saßen nur acht Ortskräfte | Politik

28.03.2025 - Cuma 08:15

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Ist das der letzte Flieger, mit dem die Bundesregierung Migranten aus Afghanistan einfliegt?

In Hannover ist am Donnerstag ein Flugzeug mit 174 Afghanen mit Aufnahmezusagen gelandet. Bei den Ankömmlingen handele es sich um 82 Frauen und 92 Männer, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Darunter seien 74 Minderjährige (unter 18 Jahren) gewesen – und neun davon jünger als zwei Jahre.

▶︎ BILD verrät, was der Ministeriumssprecher NICHT sagt: Im Flugzeug saßen nur acht Ortskräfte samt 35 Familienangehörigen (drei Ortskräfte der Bundeswehr, fünf Ortskräfte der Entwicklungshelfer). Bedeutet: Der Großteil der Migranten hat nie für Bundeswehr, Botschaft oder deutsche Entwicklungshelfer gearbeitet!

[-->Nach dem Willen der schwarz-roten Koalition soll das „Freiwillige Aufnahmeprogramm des Bundes“ – zum Beispiel für Menschen aus Afghanistan – „soweit wie möglich“ beendet werden. Neue Programme sollen dem Entwurf zufolge nicht aufgelegt werden.

BILD sprach mit den Ankömmlingen

Waris Popal (30) mit Ehefrau Shabnam (27): „Wir waren elf Monate im pakistanischen Flüchtlingslager, weil meine Frau wegen ihre Jobs als Rechtsanwältin von den Taliban bedroht wurde. Als nach zwölf Stunden Flug der Flieger landete, war ich einfach nur happy und dankbar.“

Afghanische Juristin Shabnam Popal (27) mit Ehemann und Gepäck

Die afghanische Juristin Shabnam Popal (27) mit ihren Ehemann Waris (30)

Foto: Marcus Prell<!-->

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Popal weiter: „Ich danke der deutschen Regierung sehr, dass sie sich so für uns eingesetzt haben und wir jetzt in Freiheit leben können. Als Erstes möchte ich die deutsche Sprache lernen. Ich bin überglücklich.“

Bereit für ein neues leben in Deutschland: Familie Abollfari nach der Landung

Bereit für ein neues Leben in Deutschland: Familie Abollfari nach der Landung wieder vereint

Foto: Marcus Prell<!-->

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Safar Abollfari (31) ist mit dem Flixbus angereist, um seine Angehörigen zu begrüßen: „Ich lebe seit zehn Jahren in Deutschland. Jetzt kann ich endlich meine Mutter, meine Schwester, meinen Bruder und meine kleinen Neffen in den Arm nehmen. Sie wurden von den Taliban wegen ihrer Religion verfolgt.“

Im Flieger saßen laut Ministerium „besonders schutzbedürftigen Personen“

Im Flieger saßen laut Ministerium „besonders schutzbedürftigen Personen“

Foto: Marcus Prell<!-->

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Karisgma (19) hat schon ein paar Worte Deutsch gelernt, sagt zum BILD-Reporter: „Ich freue mich.“ Sie steigt mit ihrer ganzen Familie in den ersten von fünf Bussen, der sie ins Erstaufnahmelager Friedland bringt.

Dr. Jörg Hutter (66) vom Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Deutschland (LSBV) wartete vor Terminal D des Flughafens Hannover auf sieben junge Männer, denen wegen ihrer Homosexualität in Afghanistan der Tod droht.

Hutter: „Teilweise werden Homosexuelle in Afghanistan von ihren eigenen Familienangehörigen umgebracht. Uns ist es jetzt gelungen, diesen sieben Männern die Ausreise zu ermöglichen. Weitere Ausreisen werden derzeit aber nicht mehr genehmigt. Dabei habe ich täglich 20 bis 30 Anfragen aus der afghanischen Community, ich muss leider alle ablehnen.“

Dr. Jörg Hutter (66) mit fünf seiner sieben Schützlinge

Dr. Jörg Hutter (66) mit fünf seiner sieben Schützlinge

Foto: Marcus Prell<!-->

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Mit einem seiner sieben Schützlinge gab es bei der Einreise Probleme. Er hatte zwei Visa im Pass, das ist nicht erlaubt. Hutter: „Es war wohl so, dass er ein Visum bekam, dann aber auf seinen Partner wartete. Denn sie müssen gemeinsam ausreisen. In dieser Zeit ist sein erstes Visum fast verfallen, deshalb hat er ein neues beantragt und bekommen.“

Erst vier Stunden nach der Landung gab die Einreisebehörde ihr okay, somit konnte auch der letzte afghanische Flüchtlinge die Reise in eine deutsche Flüchtlingsunterkunft antreten. Um 14.22 Uhr fuhr der letzte der 5 Busse mit Flüchtlingen am Flughafen ab.

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