Außenminister hat Handy-Angst: Holzkiste soll Putins Spione stoppen | Politik

19.07.2025 - Cumartesi 03:52

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Berlin – Handy-Angst im Auswärtigen Amt! Außenminister Johann Wadephul (CDU) versucht in seinem Amtszimmer, sich mit einer unscheinbaren Holzbox mit Technik-Innenleben vor Abhörenversuchen zu schützen, verwahrt darin sein Privat-iPhone.

„Ich habe hier eine kleine Box. Wir alle haben ja heutzutage ein Handy“, so Wadephul in einem Gespräch mit dem TikToker David Matei, der als @sicherheitspolitik in dem sozialen Netzwerk auftritt.

Wadephul erklärt: „Ich muss leider davon ausgehen, dass ständig irgendjemand versucht, mein Handy abzuhören.“ Deshalb liege es bei den meisten Besprechungen in der Box: „Dann kann ich hier Sachen besprechen, die niemand mitbekommt.“

Die Box sehe harmlos aus, habe aber „eine Riesenfunktion“.

Ausschnitt aus dem TikTok-Video: Außenminister Johann Wadephul (62, CDU) erklärt Influencer David Matei (l.) seine „Noisebox“, in die er bei vertraulichen Gesprächen sein Privathandy verwahrt

Ausschnitt aus dem TikTok-Video: Johann Wadephul erklärt Influencer David Matei (l.) seine „Noisebox“, in der er bei vertraulichen Gesprächen sein Privathandy verwahrt

Foto: sicherheitspolitik/tiktok

„Immer andere Ohren mit dabei“

„Man macht es sich halt nicht klar: In ganz vielen Situationen kann ein Handy mithören. Da sind immer andere Ohren mit dabei“, so der Minister.

Klar ist: Putins Russen-Geheimdienst, China und auch andere Mächte mühen sich, geheime Informationen abzuschöpfen. Und sogar der amerikanische Geheimdienst NSA machte 2013 Schlagzeilen damit, dass er das Handy der damaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel (71) abgehört hatte.

Wadephuls Privat-iPhone liegt in der „Noisebox“

Wadephuls Privat-iPhone liegt in der „Noisebox“

Foto: sicherheitspolitik/tiktok

Bei Wadephuls Kiste handelt es sich um eine sogenannte „Noisebox“ (kostet je nach Ausführung im Onlineversand um 2000 Euro, verfügt über Anschlüsse zum Handyladen und eine interne Geräuschquelle).

„Im Fadenkreuz ausländischer Geheimdienste“

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amts teilt BILD mit: „Deutschland steht aus vielerlei Richtungen im Fadenkreuz ausländischer Geheimdienste. Die technischen Möglichkeiten, sensible Informationen abzuschöpfen, sind in den letzten Jahrzehnten exponentiell gewachsen. Das Auswärtige Amt nimmt Geheimschutzbedrohungen gegen sich und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr ernst.“

16. Juni: Außenminister Johann Wadephul telefoniert mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi

16. Juni: Außenminister Johann Wadephul telefoniert mit Irans Außenminister Abbas Araghtschi, offenbar mit seinem Dienst-iPhone - während das Privatgerät vermutlich in der Holzkiste liegt

Foto: picture alliance / AA/photothek.de

Man ergreife „verschiedene Maßnahmen“, die Kollegen zu schützen. Zur Box selbst schweigt die Sprecherin. „Allein schon aus Sicherheitsgründen und Geheimschutzaspekten können wir uns nicht zu weiteren Details äußern.“

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