Befreite Gaza-Geiseln berichten: 2 Jahre allein in einem Käfig angekettet | Politik

18.10.2025 - Cumartesi 13:48

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Dieser Text enthält explizite Schilderungen von Folter und psychischer Gewalt.

Es sind Berichte, die erschüttern und sprachlos machen. Und gleichzeitig erzählen sie von Hoffnung, von Menschen, die nicht aufgegeben haben, allen Widrigkeiten zum Trotz: Die befreiten Gaza-Geiseln erzählen, was ihnen in zwei Jahren Hamas-Gefangenschaft widerfahren ist.

Angekettet im Käfig

Avinatan Or berichtet (BILD schrieb bereits über das emotionale Wiedersehen mit seiner Freundin), dass er zwei Jahre lang völlig isoliert gefangen gehalten wurde. Nachdem er am 7. Oktober vom Nova-Musikfestival in Israel von der Hamas entführt wurde, legten ihm die Terroristen in Gaza Handschellen an, verschleppten ihn in ihre Tunnel und ketteten Avinatan in einem Käfig fest.

Der 1,95 Meter große Mann wurde in einem 1,80 Meter hohen Käfig, der etwa die Länge einer Matratze hatte, eingesperrt. „Als Avinatan versuchte zu fliehen, schlugen sie ihn“, sagte sein Vater Yaron zu dem Radiosender Kan. Der gescheiterte Fluchtversuch passierte, als die Terroristen ihn in den Tunneln verlegen wollten.

Vermummte Terroristen verschleppen Avinatan Or am 7. Oktober 2023 nach Gaza

Vermummte Terroristen verschleppen Avinatan Or am 7. Oktober 2023 nach Gaza

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Ein Blick in das weitverzweigte Tunnelsystem der Hamas: Es ist dunkel, dreckig, schlecht belüftet

Ein Blick in das weitverzweigte Tunnelsystem der Hamas: Es ist dunkel, dreckig, schlecht belüftet

Foto: Israel Defense Forces<!-->

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Zwei Jahre lang sprach der junge Mann mit niemandem außer mit den Hamas-Wachen. Er war komplett sich selbst überlassen: „Keine Bücher, kein menschlicher Kontakt – nichts“, berichtet sein Vater Yaron. „Irgendwann bekam er einen Zauberwürfel, und das war das Einzige, was er hatte. Ich weiß nicht, wie er da wieder gesund herauskam. Es ist ein Wunder.“

Avinatan Or (32) küsst am Montag nach seiner Freilassung mit seiner Freundin Noa Argamani (28)

Avinatan Or (32) küsst am Montag nach seiner Freilassung seine Freundin Noa Argamani (28)

Foto: GPO<!-->

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Während seiner Gefangenschaft kam nicht heraus, dass er eigentlich ein top ausgebildeter Elite-Soldat ist – eine Tatsache, die bei den Hamas-Terroristen für noch grausamere Bestrafungen gesorgt hätte. Viele Terroristen hassen die Soldaten der Armee noch mehr als die israelischen Bürger.

Körperlich ist er nach seiner Freilassung schwer angeschlagen, psychisch ist er noch derselbe, berichtet sein Vater: „Derselbe Humor, dieselbe Stärke“. Sein erster Wunsch nach seiner Freilassung: Mit seiner Freundin Noa eine Zigarette zu rauchen – als freier Mann.

Mehrere Monate ausgepeitscht

Auch die anderen freigelassenen Männer berichten Dinge, die das Vorstellungsvermögen übersteigen: Tami Braslavski, die Mutter von Rom Braslavski, sagte, ihr Sohn sei mehrere Monate ausgepeitscht worden, „mit Dingen, die ich hier nicht einmal erwähnen werde“, wie sie erzählt. Er hungerte ständig, die Hamas verbreitete während seiner Gefangenschaft Videos, in denen er sich ausgemergelt vor Schmerzen krümmte. Was sie nicht zeigten: Braslavski behielt seinen Lebensmut, rebellierte gegen die Terroristen. Er schaffte es, in den Tunneln ein Buch und die Uniform eines Terroristen anzuzünden und so heimlich Nudeln zu kochen.

Rom Braslavski (22) in dem Video der Hamas. Was die Terroristen nicht zeigten: Der junge Mann verlor nie seinen Lebensmut – aller Verzweiflung zum Trotz

Rom Braslavski (21) in dem Video der Hamas. Was die Terroristen nicht zeigten: Der junge Mann verlor nie seinen Lebensmut – aller Verzweiflung zum Trotz

Foto: Hostages and Missing Families Forum<!-->

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Braslavski vor dem 7. Oktober

Braslavski vor dem 7. Oktober

Foto: bringthemhomenow.net<!-->

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… und unmittelbar nach seiner Freilassung. Seine Mutter hatte während seiner Gefangenschaft immer gesagt: Sie spüre, dass ihr Kind noch lebt

… und unmittelbar nach seiner Freilassung. Seine Mutter hatte während seiner Gefangenschaft immer gesagt: Sie spüre, dass ihr Kind noch lebt

Foto: IDF<!-->

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In Grube geworfen

Die schlimmsten Misshandlungen der Hamas-Schergen sollen sich kurz vor der Freilassung ereignet haben: Yosef-Haim Ohana berichtete seinem Vater, dass ihn die Terroristen gemeinsam mit sechs Männern in eine Grube unter der Erde warfen, ohne Platz zum Sitzen oder Liegen, mit kaum ausreichend Sauerstoff.

„Sie konnten sich nur im Stehen an die Wand lehnen. Ihm fehlte der Sauerstoff. Ich danke Gott, der ihn stark gemacht hat. Was ihn am Leben hielt, war seine Familie“, erzählt sein Vater Rabbi Avi Ohana dem Radiosender Kan Moreshet. 738 Tage verbrachte Yosef-Haim Ohana insgesamt in den dunklen Tunneln der Hamas. Die meiste Zeit litt er Hunger.

Yosef-Haim Ohana am Montag nach seiner Freilassung mit seiner Familie

Yosef-Haim Ohana (24) am Montag nach seiner Freilassung mit seiner Familie

Foto: AP<!-->

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Terroristen logen: Israel sei gefallen

Die Geiseln waren zudem massiver psychologischer Folter ausgesetzt. Hamas-Schergen belogen sie über die Situation in Israel: Das Land sei gefallen, sie hätten kein Zuhause mehr, in das sie zurückkehren könnten. Niemand suche mehr nach ihnen, die Regierung habe sie aufgegeben. Yosef-Haim Ohana wurde zudem von Terroristen gezwungen, sich gemeinsam mit einer anderen Geisel muslimische religiöse Botschaften im Radio anzuhören.

Doch in einem unbeobachteten Moment, schafften sie es, den Sender zu wechseln – und landeten beim israelischen Armeefunk. Unfassbarer Zufall: Yosef-Haim Ohana hörte in diesem Moment ein Interview mit seinem Vater. Der Rabbi sprach über seinen Sohn – und dass er auf ihn warte. Yosef-Haim Ohana spürte wieder Hoffnung: Es gibt noch ein Zuhause, sein Vater lebt und wartet auf ihn!

Yosef-Haim Ohana sieht seinen Vater nach zwei Jahren wieder

Yosef-Haim Ohana sieht seinen Vater nach zwei Jahren wieder

Foto: IDF/AP<!-->

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Aktuell erholen sich die Überlebenden des Hamas-Horrors, die 738 Tage in Gefangenschaft waren, im Sheba Medical Center in Ramat Gan (Israel). „Jeder von ihnen hat unsägliches Leid und Schrecken ertragen, und daher wird der Weg der Genesung sehr lang sein“, so Professor Itai Pessach vom Sheba Medical Center zur „Times of Israel“. Der Prozess könne Jahre dauern. Aber: Dass sie jetzt von ihren Familien und ihren Liebsten umgeben sind, würde sich unglaublich positiv auf ihren Heilungsprozess ausüben.

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