Bereits 7000 Zurückweisungen: „Entry-Exit-System“ sichert jetzt Europas Grenzen | Politik

26.12.2025 - Cuma 16:39

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Brüssel (Belgien) – Die EU zieht die digitale Grenze hoch! Seit dem 12. Oktober ist das neue Entry-Exit-System (kurz: EES) im Einsatz – ein automatisiertes IT-System, das die EU-Außengrenzen sicherer machen soll.

Ziel ist es, Überziehungen von Aufenthaltsfristen schneller aufzudecken und Identitätsbetrug zu verhindern. Die Umstellung erfolgt schrittweise bis April 2026 – in der Übergangszeit sollten Reisende mit Verzögerungen an den Grenzen rechnen.

Das Entry-Exit-System sei „das digitale Rückgrat der Migrationsreform“, so EU-Kommissar Magnus Brunner (53). „Es bringt moderne Technik an die EU-Außengrenzen, verhindert Einreisen mit gefälschten Dokumenten oder falschen Identitäten und unterstützt die Grenzbehörden bei ihrer Arbeit. So wissen wir, wer aus Drittstaaten kommt, wann diese Personen Europa betreten und wann sie die EU wieder verlassen.“

Der österreichische Politiker und EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Oswald Brunner (53, ÖVP)

Der österreichische Politiker und EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Oswald Brunner (53, ÖVP)

Foto: Fredrik von Erichsen/BILD

Was früher der Stempel im Reisepass war, soll jetzt digital erfasst werden. Heißt: Gespeichert werden persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum und Reisedokumente, außerdem biometrische Merkmale wie Fingerabdrücke und ein Gesichtsbild. Hinzu kommen exakte Angaben zu Zeitpunkt und Ort der Ein- und Ausreise.

Der Start laufe nach EU-Angaben bisher „problemlos“. „Bereits mehr als 13,3 Millionen Ein- und Ausreisen“ seien registriert worden – 60 Prozent davon mit biometrischen Daten. Derzeit werden der Mitteilung der EU-Kommission zufolge rund 200.000 Personen pro Tag im System erfasst. Rund 100 Fälle von Identitätsbetrug seien bislang aufgedeckt worden, bis zum 18. Dezember seien fast 7000 Einreisen verweigert worden.

Bis zu drei Stunden Wartezeit

Aber nicht überall scheint es rundzulaufen: „Die stufenweise Ausweitung der Registrierung und Erfassung biometrischer Daten von Drittstaatsangehörigen bei der Einreise in den Schengen-Raum hat die Abfertigungszeiten an der Grenzkontrolle an Flughäfen um bis zu 70 Prozent verlängert. In Spitzenzeiten warten Reisende bis zu drei Stunden“, heißt es in einem Bericht des Dachverbands der Flughafenbetreiber ACI.

Besonders betroffen von längeren Wartezeiten seien Flughäfen in Frankreich, Deutschland, Griechenland, Island, Italien, Portugal und Spanien.

Diese Flughäfen nutzen das System bereits

Bis zum 10. April 2026 soll das EES in allen EU‑Mitgliedstaaten vollständig umgesetzt sein. Bisher arbeiten rund 50 Prozent der Grenzübergänge mit dem neuen System. Das Entry-Exit-System läuft unter anderem an großen Flughäfen in Europa:

Deutschland: Frankfurt/Main, Berlin Brandenburg, Düsseldorf, München

Frankreich: Charles-de-Gaulle, Orly

Italien: Mailand Linate, Mailand Malpensa, Rom Fiumicino

Spanien: Madrid-Barajas, Barcelona

Weitere Städte: Lissabon, Athen, Warschau, Brüssel, Zürich, Stockholm-Arlanda, Wien

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