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BILD-Reporter Iman Sefati: Mein Versuch, mit Amir in Gaza zu sprechen | Politik
14.08.2025 - Perşembe 07:51 [ad_1]
Berlin – Seit dem 7. Oktober 2023 war ich als Reporter auf über 140 sogenannten pro-palästinensischen Demos in Berlin. Mein Ziel ist es, zu verstehen, was die Menschen zu ihren wütenden Tiraden gegen Israel treibt. Ich dokumentiere auf X, was sie sagen, und werde dafür angefeindet. Oft sogar vor laufender Kamera.
Die Palästina-Demonstranten behaupten, es gehe ihnen um das Leid der Unschuldigen in Gaza. Sie werfen mir vor, ich würde es ausblenden.
▶︎Ich frage zurück, warum sie dann überhaupt keine Kritik an der Terrorgruppe Hamas äußern, sie oft sogar feiern. Schließlich haben die Islamisten den Krieg bewusst und mit unmenschlicher Brutalität entfacht und halten bis heute Geiseln gefangen, die sie aushungern und vor aller Welt vorführen.
„Sprich mit den Menschen in Gaza“
Doch für die Demonstranten darf es keinen Schuldigen außer Israel geben. Sie fragen mich, warum ich denn nicht mit Menschen in Gaza spreche, um mir selbst ein Bild davon zu machen, wie brutal die Kriegsführung ist.
Diese Frau auf einer Berliner Demo hält alle Palästinenser für unschuldig – und schreit jeden an, der das anders sieht
Würde ich ja gern, aber wie? Ein Demonstrant stellt den Kontakt zu einem jungen Mann im Gazastreifen her, den er selbst von TikTok kennt: zu Amir (22), der nach eigenen Angaben eigenständig Deutsch gelernt hat und davon träumt, in Deutschland zu studieren.
Ich sage zu. Doch plötzlich gibt es Bedingungen: keine politischen Fragen – zum Schutz des Interviewpartners. Und eine Aufpasserin der Videoschalte. Amir selbst besteht darauf, sein Gesicht zu verpixeln.
„Ich liebe die Hamas“, sagt dieser Berliner Demonstrant in die Kamera
Ich frage mich, wie es mitten in einem Krieg möglich sein soll, über alles außer Politik zu sprechen. Aber gut: Amir nehme ich das Schweigen zu den Hamas-Verbrechen weniger übel als den Demonstranten auf Berlins Straßen. Er würde wirklich etwas riskieren, wenn er sich um Kopf und Kragen reden würde.
Das Gespräch
„Guck, Bruder“, sagt Amir, „ich bin noch jung, 22 Jahre, und ich habe hier in Gaza schon so viel Krieg erlebt. Ich wünsche mir nur Frieden und Freiheit.“
Amir zeigt mir den Blick aus seinem Zimmer: Trümmer. Mehr als 90 Prozent der Häuser um ihn herum seien zerstört, sagt er.
Er spricht davon, wie schwer es sei, an Lebensmittel zu kommen, wie teuer sie seien. Darüber, dass die Hamas fast alle Hilfslieferungen stiehlt und hortet: kein Wort.
Ich frage: „Was muss geschehen, damit es Frieden gibt?“ Doch das ist angeblich schon zu viel, die Kontrolleurin schreitet ein: „Bitte lassen wir diese Frage. Sie ist politisch. Ein einfacher Junge kann keine Lösung für den Krieg finden.“
Viel mehr ist aus Amir nicht herauszukriegen. Doch kurz danach schickt er mir plötzlich die gleichen Bilder, die mir die aufgebrachten Palästina-Demonstranten in Berlin unter die Nase halten: unverifizierbare Fotos, die Leichen mit viel Blut zeigen sollen. Angebliche Verbrechen von Israels Streitkräften, die er aber nicht selbst gesehen, sondern im Internet gefunden hat.
Ich wünsche Amir ein Ende des Krieges, aber auch ein anderes Gaza. Eine Welt, in der Menschen wie er frei denken und sprechen können. Bedeutet: eine Welt ohne Hamas.
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