Bosch-Beben: Autoindustrie droht Jobverlust wie Dominosteine | Politik

29.09.2025 - Pazartesi 10:18

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Berlin – Fährt die Autoindustrie weiter mit Vollgas in die Krise? Nach dem Bosch-Beben und der ankündigten Streichung von 13.000 Stellen rechnet Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer mit weiteren Jobverlusten von 100.000 Arbeitsplätzen bei Automobil-Zulieferern.

Dudenhöffer zu BILD: „Nach den Autobauern kommen die großen Zulieferer. Der Branche droht ein Jobverlust wie dem Umfallen der Dominosteine.“ Betroffen seien laut Dudenhöffer die mittleren und kleinen Zulieferer und die Maschinenbauer. „Bis zum Jahr 2030 gehen wir davon aus, dass im gesamten Zulieferfeld rund 100.000 Arbeitsplätze wegfallen. Dabei sind Insolvenzen bei mittleren und kleineren Zuliefern nicht ausgeschlossen.“

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (74) glaubt, dass nach Bosch wie beim „Dominoeffekt“ viele Zulieferer Probleme bekommen und Mitarbeiter entlassen werden.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer (74) glaubt, dass nach Bosch wie beim Dominoeffekt viele Zulieferer Probleme bekommen und Mitarbeiter entlassen werden

Foto: picture alliance/dpa<!-->

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„Haben unseren Wohlstand verfrühstückt“

Die Chance, dass die abgebauten Jobs in Deutschland wieder zurückkommen, läge bei null. „Deutschland ist zu teuer, nicht wettbewerbsfähig. Wir haben unseren Wohlstand verfrühstückt“, so Dudenhöffers bittere Bilanz.

► Hintergrund: Im Jahr 2019 waren laut Dudenhöffer 834.000 Menschen bei Autobauern und Zulieferern in Deutschland beschäftigt. Sechs Jahre später, im August 2025, seien es noch 720.000 Beschäftigte in der Branche gewesen. In knapp sechs Jahren ein Verlust von 114.000 Beschäftigten – ein Rückgang von 14 Prozent. Der Autoexperte ist sich sicher: „Dies ist nicht das Ende der Abwärtsspirale.“

VDA-Geschäftsführer Jürgen Mindel, Geschäftsführer beim Verband der Automobilindustrie, sagt über die Gründe zu BILD: „Die Nachfrage in Europa und den USA ist weiter schwach, zudem die allgemeine wirtschaftliche Lage hierzulande schwierig.“ Hinzu kämen weltweit wachsender Protektionismus und geopolitische Unsicherheiten. „Die US-Zölle sind nur ein Beispiel. All das setzt den Zulieferern zu“, so Mindel.

[-->Die größte Herausforderung aber sei der Zustand des Wirtschaftsstandorts Deutschland und Europa: immer mehr und mehr Regulierung und Bürokratie, hohe Energiepreise, hohe Steuern und Abgaben, lange Planungs- und Genehmigungsverfahren. Die Mängelliste sei lang. Mindel: „Die Unternehmen sind gezwungen, ihre Investitionen zu hinterfragen.“

Eine Befragung unter VDA-Mitgliedern im Mittelstand zeigt: Drei von vier Unternehmen wollen eigentlich geplante Investitionen in Deutschland verschieben, verlagern oder ganz streichen. Mindel: „Das wird nicht ohne Folgen für Wohlstand und Beschäftigung bleiben. In der Umfrage gibt auch mehr als jedes zweite Unternehmen an, aktuell in Deutschland Arbeitsplätze abzubauen.“

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[-->Quelle: BILD26.09.2025

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