Bundesregierung in der Krise: Jens Spahn verordnet sich Schweigen | Politik

12.07.2025 - Cumartesi 16:40

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Berlin – Deutschland am Tag nach dem Wahl-Debakel um neue Verfassungsrichter: die Koalition am Abgrund, der Kanzler nach nur 67 Tagen in der Blitz-Krise, sein Fraktionschef in den Seilen hängend – und ein Land, das sich fragt, wie das wieder gut werden soll.

Ja, wie denn nun, wollte BILD wissen? Wie wollen CDU/CSU und SPD die Karre wieder aus dem Graben kriegen, nachdem die Union am Freitagfrüh in letzter Sekunde die Wahl der SPD-Richterkandidatin Frauke Brosius-Gersdorf (54) abblasen ließ?

Die Antwort aus der CDU: SCHWEIGEN!

Einer hat schon am Freitag intern verkündet, dass er das Wochenende schweigend verbringen werde:

▶︎Unions-Fraktionschef Jens Spahn (45, CDU) – der oberste Steuermann des Unfall-Karrens hat sich einen Zwei-Tage-Maulkorb verpasst.

Spahn, so heißt es aus der eigenen Fraktion und aus der SPD, habe auch viel zu grübeln: Vor sieben Wochen hatte er die SPD-Kandidatin durchgewinkt. Kein Problem, morste er nur zwei Tage nach einer Koalitions-Frühstücksrunde an die Genossen. Doch seine Fraktion sah das in großen Teilen komplett anders: zu links – für zu viele nicht wählbar!

Fraktion verweigerte Spahn die Gefolgschaft

Die Fraktion verweigerte Spahn bis zum Schluss in enormer Größenordnung (50 bis 75 Abgeordnete) die Gefolgschaft – dabei hatten sich etliche gar nicht als Nein-Sager zu erkennen gegeben. Die Union zog sich mit windigen Plagiats-Vorwürfen aus der Affäre. Als Spahn am Freitagmorgen in einer Sondersitzung verkündete, dass man die SPD gebeten habe, die Wahl ihrer Kandidatin für diesen Tag abzusetzen: Jubel aus Erleichterung.

Am Nachmittag des Katastrophen-Freitags ließ Spahn die Spitzen-Genossen dann wissen: Er werde erst mal schweigen, übers Wochenende seien keine Wortmeldungen von ihm zu erwarten.

Fraktionschefs Matthias Miersch (56, SPD) und Jens Spahn (45, CDU) am Freitag im Bundestag

Fraktionschefs Matthias Miersch (56, SPD) und Jens Spahn am Freitag im Bundestag

Foto: Kay Nietfeld/dpa

Ein SPD-Abgeordneter zu BILD: „Ungewöhnlich für Jens Spahn, der in Krisen sonst immer gerne nach vorne prescht. Mal gucken, was das zu bedeuten hat.“ Einer aus der erweiterten Führung der SPD-Fraktion lästert: „Vielleicht muss Jens Spahn seinen inneren Zen-Garten harken …“

▶︎Zwar hat Spahn Zeit gewonnen – die Regierung hat er aber in die Krise gestürzt. Und er selbst: angeschlagen! Wegen der Masken-Affäre ohnehin, aber nun gilt er auch in der Fraktion als führungsschwach. Auch der Kanzler muss sein Verhältnis zum Fraktionschef klären. Da tut ein wenig Ruhe gut.

In der Spahn-Fraktion scheint die Parole „Tauchstation!“ ausgegeben zu sein. Als BILD wissen will, was die Fraktionsführung zum Vorschlag von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch (56) sagt, die Union möge Brosius-Gersdorf einladen und befragen, da kam als Antwort: Sorry, findet sich leider niemand, der etwas sagen will …

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