Bundestagspräsidentin: „Kirche erreicht die Menschen nicht mehr“ | Politik

03.05.2025 - Cumartesi 15:27

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Als überzeugte Christin hat der Glaube für Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) eine besondere Bedeutung. Deshalb hat sie auch hohe Ansprüche an die Kirche. Welche das sind, erklärte sie am Samstag vor Hunderten Protestanten beim Kirchentag in Hannover.

Kurz vor Ostern hatte die studierte Theologin Klöckner in der BILD am Sonntag die Kirchen vor Beliebigkeit gewarnt. „Klar kann sich Kirche auch zu Tempo 130 äußern, aber dafür zahle ich jetzt nicht unbedingt Kirchensteuer“, hatte sie gesagt – und damit für eine breite Debatte gesorgt.

Diese Diskussion setzte sie jetzt mit Anna-Nicole Heinrich (29), Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und Kirchentagspräsidentin Anja Siegesmund (48) fort.

„Warum treten denn so viele Menschen aus der Kirche aus?“, fragte Klöckner. Rund eine Million waren es im vergangenen Jahr bei Katholiken und Protestanten. Auch die CDU verliere Mitglieder. Woran das liegt? „Wir erreichen die Menschen nicht mehr! Der Markenkern kommt bei den Menschen nicht mehr an“, lautete ihr Fazit.

„Warum ist die Kirche so leise?“

Und weiter: „Zu den großen Sinnfragen müssen wir uns doch fragen: Warum ist die Kirche so leise?“ Sie freue sich über Stellungnahmen zum Tempo-Limit auf Autobahnen. „Ich freue mich aber auch über laute Stimmen zu anderen Themen.“ Tests auf Down-Syndrom als Kassenleistung, Sterbebegleitung, Palliativ-Medizin und ungeborenes Leben – dies seien einige Themen, bei der Kirche eine Rolle spiele.

Gleichzeitig müsse Kirche „einen Tick mehr sein als Stellungnahmen“, nämlich Glaube, das Evangelium, die Verkündigung von Gottes Botschaft. „Vielleicht muss man auch den Mut haben, quer im Stall zu stehen“, meinte sie. Dazu gehöre, auch Themen unabhängig vom Zeitgeist und der allgemeinen Begeisterung anzugehen.

Erwartungen an die Bundestagspräsidentin

EKD-Präses Heinrich stimmte ihr Hannover zu: „Wir müssen als Kirche ganz stark reflektieren, wo wir als Kirche auch entgegentreten müssen.“

Auch Kirchentagspräsidentin Siegesmund meinte: „Ich erwarte eine Kirche, die sich zu relevanten Themen äußert.“ Gleichzeitig fügte sie hinzu: „Ich erwarte aber auch eine Bundestagspräsidentin, die gesellschaftliche Gruppen wie die ‚Omas gegen Rechts‘ und viele Ehrenamtliche zu schätzen weiß.“

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