Bundeswehr-Bericht: Pannen-Fallschirme gefährden Springer | Politik

14.05.2025 - Çarşamba 09:36

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Sicherheitsbedenken bei der Bundeswehr. Die neuen Fallschirme vom Typ EPC-B sollen eine Gefahr für die Springer darstellen. Das geht aus einem internen Bundeswehrbericht hervor.

Der Fallschirm stelle „im Regelsprungbetrieb dauerhaft eine potenzielle Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der Fallschirmspringer dar“, warnt ein Oberstleutnant in einem Bericht des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).

Hingewiesen wird auf gravierende technische Mängel. So könne es beim gleichzeitigen Sprung von zwei Fallschirmspringern aus einem Flugzeug A400M zu „Beinahe-Kappenkollisionen“ kommen. Dabei können die Soldaten mit ihren Schirmen in der Luft zusammenstoßen.

Auch sogenannte „Schirmdurchfahrten“ seien nicht ausgeschlossen. Dabei gerät ein Springer in die Schirmleinen eines anderen Springers. Die extremen Risiken seien „nicht beherrschbar“, heißt es demnach in dem Bericht, der NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung vorliegt.

Brisant: Der Bericht über die Pannen-Fallschirme wurde offenbar einen Tag nach der internen Verbreitung vom BAAINBw selbst einkassiert. Angeblich sei der Bericht „gegenstandslos“, die Versendung ein „Bürofehler“.

Auf Nachfrage von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung ließ das Bundesverteidigungsministerium konkrete Fragen unbeantwortet. Man äußere sich „grundsätzlich und unabhängig vom angefragten Fall nicht zu internem und eingestuftem Schriftverkehr“.

Fallschirme für 56,7 Millionen Euro beschafft

4336 Haupt- und 3090 Reservesysteme des Fallschirms EPC-B wurden 2021 beim französischen Hersteller Safran als Ersatz des Vorgängermodells T-10 beschafft (Kosten: 56,7 Millionen Euro). Im Frühjahr 2023 wurden die Fallschirme erstmals getestet. Seit 2024 sind sie regulär im Einsatz – allerdings mit Einschränkungen.

Das Problem: Der Fallschirm darf nur bis zu einer Höhe von 1000 Metern eingesetzt werden. Die Nutzung ist auf 6 Jahre oder 60 Sprünge begrenzt. Ursprünglich waren 18 Jahre oder 180 Sprünge angedacht – also das Dreifache. Dementsprechend müsste früher und häufiger Ersatz beschafft werden. Mögliche Zusatzkosten: 11,5 Millionen Euro.

Der Hersteller Safran verweist darauf, dass die Bundeswehr die Fallschirme umfangreichen Tests unterzogen habe und sich weitere Nato-Länder (u. a. Belgien, Niederlande) für die Beschaffung von EPC-Fallschirmen entschieden hätten.

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