Bundeswehr: Neuer freiwilliger Wehrdienst startet | Politik

05.12.2025 - Cuma 11:58

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Berlin – Deutschland packt den Flecktarn aus. Zukünftig heißt es für junge Männer wieder: Antreten! Am Freitagmorgen hat sich der Bundestag auf einen neuen freiwilligen Wehrdienst geeinigt. Das Ziel: Die Bundeswehr bis 2035 von derzeit rund 183.000 auf 255.000 bis 270.000 aktive Soldaten aufzustocken. Dazu sollen 200.000 Reservisten kommen.

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Worauf hat sich der Bundestag geeinigt?

Ab dem kommenden Jahr sollen alle 18-jährigen Männer und Frauen (ab Geburtsjahrgang 2008: rd. 680.000 Personen) einen Fragebogen erhalten, der online ausgefüllt wird („Wollen Sie dienen?“, „Wie fit sind Sie?“). Männer MÜSSEN antworten, Frauen dürfen.

Ab 1. Juli 2027 müssen dann ALLE Männer eines Jahrgangs zur Musterung. Bis dahin wird schrittweise gemustert. Denn noch fehlt es an genügend Kapazitäten, um alle gut 300.000 deutschen 18-jährigen Männer eines Jahrgangs zu mustern.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) muss die Truppe wieder fit bekommen

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) muss die Truppe wieder fit bekommen

Foto: Chris Emil Janssen/picture alliance/dpa

Wen die Bundeswehr für geeignet hält, dem macht sie ein Angebot – das aber abgelehnt werden kann. Der freiwillige Dienst dauert mindestens sechs Monate.

Warum werden nicht auch alle Frauen gemustert?

Das verbietet derzeit das Grundgesetz. Demnach dürfen nur Männer zum Soldatendienst und als Vorstufe zur Musterung verpflichtet werden. Ändern ließe sich das nur mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag und Bundesrat – also mit Stimmen von Linken oder AfD.

Wie und wo soll die Musterung ablaufen?

Im Idealfall, so Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD), durchläuft der Rekrut an einem Tag die Musterung (Test der körperlichen, psychischen und intellektuellen Eignung), erfährt seinen Tauglichkeitsgrad und wo die Truppe ihn einsetzen will. Das könne „auch im Zivildienst oder Katastrophenschutz sein“. Dafür sollen vor allem in Innenstädten bis Ende 2026 zusätzlich 24 Musterungszentren entstehen. Laut Verteidigungsministerium wird die Umgebung dort „hell und freundlich sein“.

Wie viele junge Männer werden in den nächsten Jahren gemustert?

Pistorius rechnet derzeit mit 300.000 deutschen jungen Männern pro Jahrgang. Die Hoffnung: Ab nächstem Jahr melden sich jährlich zunächst 20.000 junge Menschen für die Truppe – im freiwilligen Dienst. Derzeit sind es nur rund 12.000 pro Jahr. 2027 sollen es schon 23.000 werden, bis 2030 sogar 38.000 pro Jahrgang. Das wäre dann schon knapp jeder achte junge Mann eines Jahrgangs. Pistorius muss diese Rekrutierungszahlen künftig alle sechs Monate dem Bundestag vorlegen.

Wie will Pistorius die Freiwilligen überzeugen?

Mit mehr Geld! Der Sold wird von jetzt gut 1800 auf 2600 Euro brutto (rd. 2300 Euro netto) erhöht. Ab 12 Monaten Dienst gibt es einen Führerscheinzuschuss (3500 Euro für Pkw, 5000 Euro für Lkw) obendrauf und ein höheres Gehalt. Der Dienst soll zudem nah der Heimat absolviert werden können. Dazu kommen schon heute Extraleistungen: Verpflegung und Unterkunft sind kostenlos für die Rekruten, ebenso Bahnfahren (in Uniform).

Auch Sporttests stehen bei der Musterung auf dem Programm

Auch Sporttests stehen bei der Musterung auf dem Programm

Foto: Stefan Boness/Ipon

Was passiert genau, wenn sich nicht genügend Freiwillige melden?

Dann soll der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden. Heißt: Das Parlament muss zunächst die Wehrpflicht (2011 ausgesetzt) reaktivieren und eine Pflicht-Lotterie beschließen: Wer von den Tauglichen eingezogen wird, soll dann das Los entscheiden.

Gibt es auch wieder die Möglichkeit, den Kriegsdienst zu verweigern?

Ja. Das Grundgesetz sieht eine Verweigerung weiterhin vor.

Gibt es nun auch wieder Zivildienst?

Erst mal nicht. Doch melden sich nicht genügend für den Wehrdienst, kann der Bundestag eine Bedarfswehrpflicht beschließen. So könnte auch der Zivildienst zurückkehren. Denn: Verweigern ausgeloste Wehrtaugliche den Wehrdienst, müssen sie Ersatzdienst leisten. Und das ist der Zivildienst.

Gibt es genügend Platz für alle Soldaten?

Nein, bislang nicht. Deshalb wirft Pistorius den Bauturbo an: Bis 2031 sollen mehr als 270 neue Kasernengebäude in Modulbauweise entstehen (Kosten: 3,5 Mrd. Euro).

Kann ich auch mit 50 noch zur Bundeswehr?

Ja. Die Bundeswehr sagt: „Grundsätzlich kannst du auch mit 40 oder 50 Jahren zur Bundeswehr wechseln, das gilt vor allem für den zivilen Bereich.“ Allerdings gebe es für bestimmte Berufslaufbahnen eine Altersgrenze. Die Regel: Je körperlich herausfordernder der Job, desto niedriger das erlaubte Lebensalter.

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