Bürgergeld: Mietzahlungen für Stütze-Empfänger wieder auf Rekordniveau | Politik

17.07.2025 - Perşembe 03:04

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Berlin – Es war DER Reformvorstoß von Kanzler Friedrich Merz (69, CDU) am vergangenen Sonntag: ein Wohnkosten-Limit für Bürgergeld-Empfänger!

Die bisher von der Arbeitsagentur gezahlten Beträge seien zu hoch und stünden „auf dem Prüfstand der Koalition“, so Merz im ARD-„Sommerinterview“.

Die Reaktion des Koalitionspartners folgte auf dem Fuße: SPD-Fraktionsvize Dagmar Schmidt (52) widersprach den Reform-Plänen heftig und machte klar: „Leistungskürzungen wird es mit uns nicht geben.“

Nun zeigt sich aber: Ausgerechnet die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) bestätigen Merz in seinen Aussagen! Für März 2025 weist die BA insgesamt Kosten der Unterkunft (KdU) in Höhe von rund 1,48 Milliarden Euro aus. Ein Rekordwert!

▶︎ Insgesamt wurden im März 3,94 Milliarden Euro ausgezahlt, im Klartext: Mehr als jeder dritte Stütze-Euro (rund 38 Prozent) fließt in die Miete der Empfänger.

Zum Verständnis: Die BA veröffentlicht diese Daten immer erst nach rund drei Monaten Verzögerung, März ist damit der aktuellste Wert.

Rekord erstmals im Dezember, jetzt ist er wieder da

▶︎ Der Rekordwert von rund 1,48 Milliarden Euro an Wohnkosten war vergangenes Jahr erstmals erreicht worden und ging dann bis Februar 2025 minimal zurück. Doch jetzt ist klar: Im März 2025 wurde der Rekordwert erneut erreicht.

Eine Senkung der Mietkosten? Bislang Fehlanzeige. Im Gegenteil: Noch vor zwei Jahren, im März 2023, lagen die KdU bei 1,37 Milliarden Euro (110 Millionen Euro weniger als heute). Ein Anstieg um gut 8 Prozent!

Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem „Sommerinterview“

Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Sommerinterview

Foto: Getty Images

Über 20.000 Alleinstehende mit 100 Quadratmetern oder sogar mehr

Damit aber nicht genug! Ein genauer Blick in die Statistik offenbart: Insgesamt 181.667 „Bedarfsgemeinschaften“ bekommen vom Staat eine Wohnung oder Haus mit 100 Quadratmetern und mehr bezahlt (Stand März 2025). Darunter sind genau 20.236 Ein-Personen-Haushalte. Sprich: Alleinstehende Stütze-Empfänger, die auf über 100 Quadratmeter Wohnfläche leben, bezahlt vom Staat. Ein Wohnluxus, den sich die meisten Berufstätigen nicht leisten können …

Hinzu kommen 22.861 Zwei-Personen-Haushalte und 27.617 Drei-Personen-Haushalte mit 100 Quadratmetern oder mehr. Die Differenz (110.953 Haushalte) besteht aus vier Personen und mehr, wo im Einzelfall auch 100 Quadratmeter angemessen sein könnten.

▶︎ Fakt ist aber: Die Statistiken geben Merz in seiner Kritik an der derzeitigen, sehr großzügigen Mietzahlungspraxis recht. So wohnen etwa aktuell rund 1,4 Millionen Stütze-Empfänger allein und bekommen die Miete vom Staat bezahlt. Rund 234.000 davon haben 60 Quadratmeter und mehr für sich allein zur Verfügung. Bei rund 92.000 Haushalten kann die BA keine Angaben zur Wohnungsgröße machen.

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