CDU-Mann in ARD-Doku: Ohne mich wäre Merkel nie Kanzlerin geworden | Politik

08.07.2024 - Pazartesi 17:38

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Ist dieser Mann verantwortlich für Deutschlands jüngere Geschichte? In der Doku „Angela Merkel – Schicksalsjahre einer Kanzlerin“ (ARD Mediathek, fünf Teile) schildert CDU-Politiker Wolfhard Molkentin (82), wie er Angela Merkel (69, CDU) zum politischen Durchbruch verhalf – und somit ihren Weg ins Kanzleramt ebnete.

► Molkentin war von 1990 bis 2008 als Landrat in Nordvorpommern, suchte direkt nach der Wiedervereinigung einen Kandidaten für die erste gesamtdeutsche Wahl (2. Dezember 1990).

Doch Interessenten aus West-Deutschland für den Direktkandidaten-Posten lehnte der damalige CDU-Kreisvorsitzende für den heutigen Wahlkreis Nordvorpommern-Stralsund-Rügen ab.

„Ich hatte den Eindruck: Die kommen nicht so rüber, dass sie sich wirklich hier für das Land einsetzen wollen, sondern die wollen eher für sich einen Job haben“, erzählt Molkentin der ARD.

„Da hab’ ich zu meinem Parteivorsitzenden gesagt: ,Die wollen hier kandidieren. Das will ich nicht. Weil ich will, dass wir die Wahl gewinnen.’“

„Hier ist Angela Merkel“

Und so kam die spätere Kanzlerin ins Spiel. Molkentin: „Dann nannte er den Namen Merkel. Und da hab’ ich ganz ruhig geantwortet: Kenn’ ich nicht, schick sie her.“

Am nächsten Tag habe sie ihn angerufen, sich am Telefon gemeldet mit: „Hier Angela Merkel“.

▶︎ Der Polit-Pensionär: „Reden konnte Angela Merkel vom ersten Tag. Sie hatte auch das Selbstbewusstsein. Sie hat eben so gesprochen, wie es ihr in den Sinn gekommen ist. Sauber formulierte Sätze, grammatikalisch richtig, wie es sich gehört, weil man ’ne Schulbildung hat.“

Damals traf sie auf Förderer Molkentin: Angela Merkel im Jahr 1990

Damals traf sie auf Förderer Molkentin: Angela Merkel im Jahr 1990

Foto: IMAGO

▶︎ Das machte offenbar Eindruck. Molkentin ebnete ihr den Weg, Merkel zog in den Bundestag ein. Der Beginn ihrer bundesdeutschen Karriere, der sie bis ins Kanzleramt trug – für 16 Jahre.

Die ARD-Doku nennt Molkentin deshalb den „Merkel-Macher aus Vorpommern“, stellt klar: „Ohne ihn wäre Angela Merkel nie Kanzlerin geworden.“ Das sage Merkel, laut der Doku, auch selbst.

„Die Macht hat sie nicht negativ beeinflusst“

Die Wochenzeitung „Das Parlament“ zitierte Merkel später einmal mit der Erinnerung, sie sei in Vorpommern „einem relativ strengen Verhör unterzogen“ worden. Das „gipfelte darin, dass ich sagen sollte, bei welcher Bodenwertzahl man Zuckerrüben anbauen kann oder nicht“, erinnerte Merkel sich.

Dem Blatt zufolge ist Molkentins Merkel-Fazit: „Die Pommern sind bodenständige Menschen. Angela Merkel ist das auch.“ Und: „Die Macht hat sie nicht negativ beeinflusst.“

Wolfhard Molkentin (82), CDU-Landrat in Nordvorpommern bis 2008, erinnert sich an sein Zusammentreffen mit Angela Merkel im Jahr 1990. Er half ihr in den Bundestag

Wolfhard Molkentin (82), CDU-Landrat in Nordvorpommern bis 2008, erinnert sich an sein Zusammentreffen mit Angela Merkel im Jahr 1990. Er half ihr in den Bundestag

Foto: ARD

„Ich hab’ heute noch ihre Handynummer“

„Ich hab’ heute noch ihre Handynummer“, so der Ex-Landrat. Wenn er es später für notwendig erachtet habe, habe er diesen direkten Kontakt auch genutzt, erzählt der CDU-Mann.

„Einmal war es mir wichtig. Da habe ich sie angerufen, habe gesagt, Angela, hast du ’ne Minute für mich Zeit. Hat sie gesagt: Wolfhard, das ist ungünstig, ich sitze in Delhi beim Premier Indiens. Oh, sag’ ich, auflegen.“

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