CDU-Politiker Bernhard Vogel: „Ramelow ist gefährlicher als die AfD“ | Politik

29.05.2024 - Çarşamba 14:11

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Er war insgesamt 23 Jahre lang Ministerpräsident in zwei Bundesländern. Erst in Rheinland-Pfalz (1976-1988), dann in Thüringen (1992-2003). Jetzt sorgt Bernhard Vogel (91, CDU) mit einer brisanten Einordnung der rechtsextremen AfD für Aufsehen.

Bei einer Podiumsdiskussion in Speyer stellte der CDU-Politiker am Dienstagabend seine neue Autobiografie vor. Titel: „Erst das Land: Mein Leben als Politiker in West und Ost“ (Herder-Verlag). Dabei äußerte Vogel sich laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) zur Kritik, dass er mit seinem Buch Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (68, Linke) als Gefahr für die Demokratie erkläre und die Bedrohung durch den AfD-Rechtsaußen Björn Höcke (52) vernachlässige.

Vogels eindeutige Reaktion: „Natürlich ist Ramelow gefährlicher als die AfD, weil Ramelow Ministerpräsident ist. Das ist doch logisch, dass man darauf zunächst einmal achtet!“

Ramelow sei zwar Ministerpräsident einer Minderheitsregierung – „aber immerhin!“, so Vogel. In seinem Buch stellt Vogel heraus, dass seine politischen Vorstellungen und die seines Nachfolgers Ramelow „unterschiedlicher kaum sein könnten“. Eine Zusammenarbeit mit der Linken sei deshalb Tabu.

Außerdem fordert der Alt-Ministerpräsident von den etablierten Parteien: „Nicht Brandmauer, sondern Rückgewinnung verlorener Wähler.“ Es dürfe nicht darum gehen, sich den inhaltlichen Aussagen der AfD anzunähern. Es müsse darum gehen, die Wähler, die die demokratischen Parteien der Mitte an die AfD verloren haben, zurückzugewinnen.

Vogel: „Die meisten Wähler der AfD wählen die AfD nicht wegen ihres Programms, sondern aus Zorn oder aus Verärgerung über die anderen Parteien.“

Die Thüringer CDU hatte zuletzt immer wieder betont, dass sie eine Koalition mit der AfD und den Linken ausschließt. Eine Brandmauer zur neuen Partei von Beton-Sozialistin Sahra Wagenknecht (54, BSW, früher Linke) zieht Landes-Chef Mario Voigt (47) jedoch nicht hoch.

Was sagt Ramelow selbst zu Vogels Vorwürfen? Der Ministerpräsident zu BILD: „Ich würde, so ich ihn treffe, weiter freundlich grüßen. Leider ist er im Kalten Krieg stecken geblieben, aber mit mir wird weder ein Herr Höcke an die Macht kommen, noch würde ich mit der AfD Mehrheiten erzielen wollen. Ich bleibe bei meiner Haltung und kämpfe nicht gegen demokratische Parteien, aber gegen die Verharmlosung des Faschismus. Meine Hand bleibt für alle Demokraten ausgestreckt.“

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