Es ist Deutschlands brisantestes TV-Duell des Jahres, ein Boxkampf der Demokratie!
Seit 20.15 Uhr treffen bei WELT TV zwei Landespolitiker aufeinander, über die ganz Deutschland spricht: Mario Voigt (47), Chef der Thüringen-CDU, duelliert sich mit Thüringens rechtsextremem AfD-Fraktionschef Björn Höcke (52).
Der CDU-Politiker musste sich zuvor von links die Frage gefallen lassen, warum er überhaupt mit einem Rechtsextremisten in den Ring steigt. Voigts klare Antwort: „10 Jahre lang ist man dieser Diskussion aus dem Weg gegangen. Gebracht hat es nichts.“ Es sei „Zeit für eine harte Auseinandersetzung“, um Höckes „gefährliche Ideologien offenzulegen“.
Im Herbst wird in Thüringen ein neuer Landtag gewählt. Umfrage-Institute sahen die CDU zuletzt bei rund 20 Prozent, die AfD bei bis zu 31 Prozent. Das macht klar: wenn die Christdemokraten aufholen wollen, MÜSSEN sie in die Offensive gehen. Genau das will Voigt heute tun.
Live-Ticker
Hitler-Streit im Rede-Duell
Voigt konfrontiert Höcke mit einem Satz, den dieser einmal der Presse gesagt hat: Dass in Deutschland „das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt“. Brisant: Anstatt sich zu verteidigen, geht der AfD-Politiker NICHT darauf ein.
Höcke spricht über Nazi-Zeit
Brisantes Thema: das Verhältnis des rechtsextremen Björn Höcke zur deutschen Gedenkkultur. Ein „wichtiger Erinnerungstag“, sagt Höcke über den Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald. Er „würde gerne den Gedenktag im ehemaligen KZ Buchenwald begehen“, habe aber „seit Jahren Hausverbot“. Was Höcke NICHT sagt: aus seiner AfD wurde der Holocaust immer wieder relativiert, die NS-Zeit verharmlost.
Foto: Martin U. K. Lengemann/WELT
„Wer in Buchenwald Hausverbot hat, darf nicht Ministerpräsident werden“
Moderator Burgard will wissen, was der Tag der Befreiung des KZ Buchenwald am heutigen 11. April für Höcke und Voigt persönlich bedeute. Voigt argumentiert emotional. Er erinnert auch daran, dass Höcke bei den Gedenkveranstaltungen nicht eingeladen sei und sogar Hausverbot auf der Gedenkstätte habe. Voigt stark: „Wer in Buchenwald Hausverbot hat, darf nicht Ministerpräsident werden.“
Remigration? Höcke strauchelt
Björn Höcke relativiert den Begriff der Remigration. Es geht bei „millionenfacher Remigration“ plötzlich nicht mehr darum, sofort Millionen Ausländer abzuschieben. Höcke will es so verstanden wissen, dass es um die illegalen Menschen geht, die innerhalb vieler Jahre oder gar Jahrzehnte nach Deutschland kommen. Der AfD-Mann gerät ins Wanken …
Foto: WELT
Voigt: „Völkischer Müll darf mein Heimatland nicht führen“
Als es um Höckes Buch geht, warnt Voigt energisch vor den rassenideologischen und völkischen Thesen, die er darin äußert. „Völkischer Müll darf mein Heimatland nicht führen“. „Ich distanziere mich von gar nichts“, erwidert Höcke.
Höcke will Deutsche zurückholen
Der AfD-Politiker will deutsche Staatsbürger zurück nach Deutschland locken, die im Ausland leben. Das versteht Höcke unter einer „Remigrationsinitiative“.
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Voigt warnt vor„Reichskanzler Höcke“
Voigt warnt: Fachkräfte würden Deutschland wegen der Ausländer-feindlichen Stimmung meiden. Als er Höcke als „Reichskanzler Höcke“ bezeichnet, erwidert Höcke scharf: „Jetzt werden Sie aber radikal-populistisch.“ Und: „Sie sind zuständig und verantwortlich für die miserablen Zustände.“
Brisante Frage: Höcke weicht aus
Die WELT-Frage an den AfD-Mann war klar: Braucht Deutschland Fachkräfte aus dem Ausland? Wortreich erklärt Höcke, dass vor allem Deutsche zu Fachkräfte ausgebildet werden sollen. Aber: Es kommt kein Ja, kein Nein. Voigt macht klar: Etwa im medizinischen Bereich sei Deutschland auf ausländische Fachkräfte angewiesen.
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Erster Punkt für Voigt
Der CDU-Politiker drängt AfD-Höcke in die Ecke. In Landkreisen, in denen die AfD regiert, passiere „nichts“, sagt Mario Voigt. Kein Fortschritt bei der Bezahlkarte, keine Erfüllung knallharter Versprechen bei der Migrations- und Integrationspolitik. „Sie blasen die Backen auf“, aber in der Realität komme nichts an. Höcke: sichtlich nervös!
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Voigt: „Wer Recht verletzt, der geht“
Nach Europa geht es jetzt um Migration und illegale Einwanderung. Voigt fordert: Es dürfe „null“ illegale Migration in Deutschland geben. Voigt führt drei Punkte aus: „Harte rechtsstaatliche Unterstützung für die Polizei, konsequentes Abschieben und absolute Begrenzung durch Außengrenzschutz.“ Wer Recht verletzt, müsse gehen.