China fährt ganz groß auf: Drei Diktatoren – eine „Front gegen die Freiheit“ | Politik

03.09.2025 - Çarşamba 09:18

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Peking/Berlin – 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs inszeniert sich China in ganz großem Stil mit einer Militärparade in Peking. Gastgeber Xi Jinping holte sich zwei der schlimmsten Diktatoren an die Seite: den Russen Wladimir Putin und den Nordkoreaner Kim Jong-un. Insgesamt erwiesen 24 weitere Staatschefs China die Ehre.

Kim reiste am Dienstag mit Tochter Ju Ae (12) im gepanzerten Zug an, Putin war bereits seit Sonntag in China gelandet. Für Xi ist es ein Prestigeauftritt. „Die Parade soll zeigen, dass China zur Weltmacht aufgestiegen ist und (…) auch militärisch bereit ist, sich Konflikten zu stellen“, erklärt China-Expertin May-Britt Stumbaum (50, SPEAR-Institut) in BILD.

Ankunft in Peking vor der großen Parade: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un (Mitte rechts) und seine Tochter Ju Ae werden von chinesischen Partei-Offiziellen und Außenminister Wang Yi (71, 2.v.l.) empfangen

Ankunft in Peking: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un (Mitte rechts) und seine Tochter Ju Ae werden von chinesischen Partei-Offiziellen und Außenminister Wang Yi (71, 2.v.l.) empfangen

Foto: KCNA/via REUTERS

Mitglieder der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) nehmen an einer Flaggenzeremonie teil, während China in Peking eine Militärparade zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs veranstaltet

Mitglieder der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) bei einer Flaggenzeremonie

Foto: Maxim Shemetov/REUTERS

Auch Peking-Kenner Adrian Geiges (64) schreibt der Parade eine „gewaltige Bedeutung“ zu – „für China als Land und für Xi Jinping als Herrscher“.

Während Trump auf der Weltbühne als „unzuverlässiger Geselle“ erscheine, präsentiere sich Xi als Oberhaupt der „neuen internationalen Führungsmacht, die von vielen Ländern geachtet wird“, sagte Geiges.

Gigantische Parade – China zeigt neue Waffen

Xi lässt als Zeichen seiner Macht Zehntausende Soldaten im Stechschritt aufmarschieren und präsentiert moderne Hyperschallraketen, die Amerika erreichen können. TV-Berichten wurden gleich mehrere Waffensysteme zum ersten Mal präsentiert. „Die große Wiederbelebung der chinesischen Nation ist unaufhaltsam“, sagte Xi bei einer Rede vor Soldaten. Er wiederholte seine Forderung nach dem Aufbau einer „Weltklasse“-Armee – Teil seiner Vision, die chinesische Volksbefreiungsarmee (PLA) zu modernisieren und sicherzustellen, dass sie „Kriege führen und gewinnen kann“.

Der chinesische Präsident Xi Jinping verfolgt die Militärparade vor dem Tiananmen-Tor in Peking

Der chinesische Präsident Xi Jinping verfolgt die Militärparade vor dem Tiananmen-Tor in Peking

Foto: AP

Vorstellung neuer Waffen

Die bei der Parade zur Schau gestellten Waffen erscheinen auch als Machtdemonstration gegenüber Taiwan. Schon im Vorhinein wurde erwartet, dass dabei eine neue Serie von Anti-Schiffs-Raketen, die YJ-20 („Adlerangriff“), vorgestellt wird. Diese Marschflugkörper sowie ballistische und Hyperschallraketen könnten entscheidend sein in einem Gefecht mit der US-Marine, falls diese Taiwan zu Hilfe kommt.

„Die Parade zeigt die Loyalität der Streitkräfte zu Xi Jinping und Fortschritte in neuen Bereichen wie unbemannten Systemen, elektronischer Kriegsführung und Energiewaffen“, erklärt Stumbaum.

Der China-Diktator präsentiert seine modernsten Waffensysteme

Der China-Diktator präsentiert seine modernsten Waffensysteme

Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

„China liefert alle Bestandteile für die russische Waffenproduktion außer den lethalen Waffen selbst. (…) Ohne diese Unterstützung könnte die russische Waffenindustrie nicht in derzeitigen Volumina produzieren und diese in der Ukraine einsetzen“, erklärt Stumbaum.

Auch Nordkorea beliefere Russland mit Munition und Truppen und erhalte im Gegenzug, wie auch China, russische U-Boot-Technologie.

Bei der Parade lässt Xi massiv schwere Waffen auffahren

Bei der Parade lässt Xi massiv schwere Waffen auffahren

Foto: Ng Han Guan/AP/dpa

Drei Diktatoren – eine „Front gegen die Freiheit“

Dass sich die drei Diktatoren Xi, Putin und Kim Seite an Seite der Welt präsentieren, hat laut Geiges „hohe Symbolkraft für ihre gemeinsame Front gegen die Freiheit“.

Die Parade stehe für „eine enge militärische Verbindung zwischen China, Russland und Nordkorea“. Kim schickt Tausende seiner Soldaten in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine, doch Xi habe hier ein doppeltes Gesicht: „Gegenüber dem Westen gibt er sich als möglicher Friedensstifter. Doch er kauft immer mehr Gas von Russland und finanziert so den Krieg“, sagte Geiges.

Der Gast aus Europa

Die Teilnahme des einzigen europäischen Vertreters bei der Parade, Slowakei-Premier Robert Fico, wurde im Vorfeld scharf kritisiert.

Laut Stumbaum ist die Anwesenheit eines politischen Führers eines Nato- und EU-Staates ein klarer „symbolischer Gewinn“ Xi Jinpings, „während die Europäische Union und China gerade einen sehr schwierigen Gipfel hinter sich gebracht haben, der die schwierigen Beziehungen widergespiegelt hat“.

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