Christian Lindner bei Maischberger zu Scholz-Wutrede: Werfe keinen Stein zurück | Politik

14.11.2024 - Perşembe 03:45

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Vor einer Woche schleuderte Bundeskanzler Olaf Scholz (66, SPD) Christian Lindner (45, FDP) nach dessen Rauswurf als Finanzminister wütende Vorwürfe hinterher („Vertrauen gebrochen“). Jetzt zeigte Lindner bei Sandra Maischberger (55), dass eine Trennung auch ohne Wut-Rede geht.

Christian Linder will nach Scholz-Schelte nicht kontern

„Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich mich dazu gar nicht äußere“, kommentierte der FDP-Chef das wilde Nachtreten des Zorn-Kanzlers. Denn, so Lindners Begründung: „Ich glaube, dass Demokratie nicht nur das Wort ist für die Herrschaft des Volkes, sondern Demokratie ist auch eine gewisse Form des Benehmens.“

Christian Lindners Versprechen: „Ich werde, weil mir die politische Kultur dieses Landes wichtig ist, keinen Stein aufheben, der mir hinterhergeworfen wird, und keinen Stein zurückwerfen.“ Denn, so der FDP-Chef: „Ich war Mitglied im Kabinett und finde, da hat man auch nachlaufende Verpflichtungen. Auch, wenn die politischen Gemeinsamkeiten verbraucht sind.“

Scholz-Abrechnung geht an Ex-Finanzminister nicht spurlos vorüber

Über sich selbst gestand Lindner: „Ich war angefasst“, aber „ich habe es inzwischen seelisch verarbeitet und fühle mich eher befreit.“ Er habe sich „gegen das Amt und für meine Überzeugung“ entschieden.

Lindners Analyse zum Bruch der Ampel: „Ich bin ein volles Risiko gegangen. Die FDP und ich selbst, wir haften mit unserer politischen Existenz dafür, dass wir der Überzeugung sind: Unser Land braucht eine solide Wirtschaftspolitik, eine verlässliche Finanzpolitik, einen neuen Aufbruch.“

Seine Hoffnung: „Wir brauchen jetzt einen echten Agenda-Moment, wo wir unser Land erneuern. Und vielleicht ein Stück mehr Realpolitik. Es ist gut, dass gewählt wird. Jetzt kämpfen wir für eine neue Mehrheit und eine andere Politik.“

Lacher im Publikum wegen Spruch über den Kanzler

Vor drei Jahren hatte der FDP-Chef den Kanzler noch mit Vorschusslorbeeren zugeschüttet: „Olaf Scholz verfügt über ein inneres Geländer, um aus einer klaren Werthaltung heraus dieses Land nach vorne zu führen. Deshalb wird er ein starker Bundeskanzler sein!“

Über sich selbst sagte Lindner nun: „Ich habe das Gefühl, ich bin noch am Anfang meiner politischen Arbeit.“ Und im Scherz: „Eine Kanzlerkandidatur schließe ich aus.“ Maischberger prompt: „Das ist ja wenigstens mal einer…“ Beifall und Gelächter im Publikum.

„Ich bin immer noch begeistert von der Poetik von Christian Lindner“, kommentierte Comedian Michael Mittermeier (58). „Das ‚innere Geländer‘ von Olaf Scholz! Er konnte ja nicht ahnen, dass das eine Wendeltreppe ist.“

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