Deutscher im Iran hingerichtet: Tochter will Antworten der Regierung | Politik

29.10.2024 - Salı 04:43

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Klare Worte: Die Tochter des vom Mullah-Regime hingerichteten Deutsch-Iraners Jamshid Sharmahd (68) hat Beweise für den Tod ihres Vaters und eine „schwere Strafe“ für den Iran gefordert. In einem Beitrag auf der Social-Media-Plattform X erklärte Gazelle Sharmahd, sie warte darauf, die US- und die Bundesregierung zu sprechen und zu prüfen, ob diese Beweise für die Hinrichtung ihres Vaters haben.

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Gazelle fordert von der Bundesregierung klare Antworten und nimmt diese in die Pflicht: „Was haben Sie vier Jahre lang getan, als Ihr Staatsbürger in Dubai entführt und gewaltsam in den Iran verschleppt wurde? Was haben Sie vorzuweisen, außer dass Sie die Geiseln bei jeder Verhandlung im Stich lassen? Wollen Sie unsere Familie ernsthaft IMMER NOCH IGNORIEREN und sogar die mutmaßliche Leiche meines Vaters schutzlos in die Hände von Terroristen legen?“

Gazelle wolle „keine Erklärungen oder Beileidsbekundungen“, sondern Antworten und die „sofortige Rückkehr meines Vaters (tot oder lebendig)“ und eine „schwere Strafe für die Mörder des islamischen Regimes“.

In Dubai entführt

Laut Regime-Medien des Iran wurde das Todesurteil gegen den Deutschen bereits am Montagmorgen vollstreckt. Sharmahd, der in Hannover aufgewachsen ist, arbeitete als Software-Ingenieur, betrieb später in den USA eine Website, mit der er die Verbrechen des Mullahregimes anprangerte und auf die Menschenrechtsverletzungen der Islamisten aufmerksam machte.

Dadurch geriet er ins Fadenkreuz des Regimes: Als Sharmahd im Juli 2020 auf einer Geschäftsreise von Frankfurt kommend in Dubai zwischenlanden musste, wurde er von Agenten des iranischen Regimes entführt.

Einen Monat später wurde Sharmahd von der Regime-Propaganda vorgeführt: Der Deutsche wurde gefoltert und „gestand“ vor der Kamera, er habe mit „Terroristen“ zusammengearbeitet.

Im Regime-Kerker wurde Sharmahd laut Amnesty International weiter gefoltert und in Isolationshaft gehalten, zweieinhalb Jahre später schließlich in einem absurden Schauprozess zum Tode verurteilt.

Sharmahds Tochter Gazelle hatte die Bundesregierung immer wieder dazu aufgefordert, das Leben ihres Vaters zu retten.

Zuletzt kritisierte sie vor allem das Verhalten des Auswärtigen Amtes, das sich nicht genügend für den zum Tode verurteilten deutschen Staatsbürger eingesetzt habe.

Außenministerin Baerbock hatte bei Verkündung des Todesurteils lediglich den iranischen Botschafter einbestellt und zwei iranische Diplomaten ausweisen lassen.

Am Montagabend verurteilte Baerbock (Grüne) die Hinrichtung: „Seiner Familie, mit der wir immer im engsten Austausch waren und sind, gilt mein ganzes Mitgefühl für diesen schrecklichen Verlust“, sagte Baerbock laut einer Erklärung des Auswärtigen Amtes.

Unermüdlich habe sich die Botschaft in Teheran für Sharmahd eingesetzt. Dafür sei auch mehrfach ein hochrangiges Team in den Iran entsandt worden. „Dabei haben wir Teheran immer wieder unmissverständlich klargemacht, dass die Hinrichtung eines deutschen Staatsangehörigen schwerwiegende Folgen haben wird“, sagte Baerbock.

Bundeskanzler Olaf Scholz (66) nannte die Tötung bei X einen Skandal, die Bundesregierung habe sich immer wieder intensiv für die Freilassung Sharmahds eingesetzt.

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