Deutschland-Flaggen vor Schulen: Ab heute auch im Westen? | Politik

30.06.2025 - Pazartesi 08:22

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Wolfenbüttel – Im Osten ist die Dauerbeflaggung von Schulen bereits in vielen Regionen beschlossene Sache. Jetzt zieht die 1. Kommune im Westen nach!

Der Kreistag Wolfenbüttel (Niedersachsen) stimmt am Montagabend über einen Antrag (liegt BILD vor) der CDU-Fraktion ab. Danach sollen an allen Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden das ganze Jahr die Deutschland- und Europafahne gehisst werden.

Nach einer laut Geschäftsordnung vorgeschriebenen Beratung im Fachausschuss soll die Vorlage spätestens nach den Sommerferien final beschlossen werden.

Fraktions-Chef Michael Wolff (66) zu BILD: „Deutschland hat ein gespaltenes Verhältnis zur Fahne und zur Nation, bedingt durch die schlimmen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg. Mein Nachbar ist Franzose. Er kann nicht verstehen, warum wir über etwas diskutieren, was in seiner Heimat selbstverständlich ist.“

Es gehe um Normalisierung und den Versuch, die AfD überflüssig zu machen. Aber auch die Angst vor Krieg spiele eine Rolle.

Wolff: „Durch die Debatte um unsere Verteidigungsfähigkeit und die veränderte Sicherheitslage begibt sich die Bundesrepublik auf einen Weg in ein anderes Nationalbewusstsein.“

Die CDU von Fraktions-Chef Michael Wolff (66) in Wolfenbüttel hat im Kreistag 13 von insgesamt 46 Sitzen.

Die CDU von Fraktions-Chef Michael Wolff (66) in Wolfenbüttel hat im Kreistag 13 von insgesamt 46 Sitzen

Foto: CDU Wolfenbüttel

Dass heute viele junge Leute positiv zur Wehrpflicht stehen, habe er jahrelang umgekehrt erlebt. „Gleichzeitig muss ich mir zum ersten Mal Sorgen um meine Kinder und Enkel machen“, erklärt Wolff.

In der offiziellen Antrags-Begründung heißt es: „Die Bundesflagge ist ein sichtbares Zeichen für Freiheit, Einigkeit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die Europaflagge steht für Frieden, Verständigung und Zusammenarbeit der Nationen.“

► In einer Zeit, in der demokratische Werte und die europäische Einigung zunehmend unter Druck gerate, gelte es, sich zu diesen gemeinsamen Werten zu bekennen, heißt es weiter.

Insbesondere an Schulen als Orte der Bildung und der politischen Sozialisation seien Flaggen ein Beitrag zur Stärkung des Demokratiebewusstseins junger Menschen.

Sachsen-Anhalt und Thüringen preschten vor

Bisher erlebten nur die neuen Bundesländer einen Flaggen-Boom.

In Sachsen-Anhalt haben fast alle Landkreise (u.a. Jerichower Land) eine Dauerbeflaggung eingeführt. Ähnliche Pläne beschloss der Stadtrat von Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). In Thüringen gilt ab Mitte Juli sogar eine landesweite Pflicht für alle Landesgebäude (u.a. Polizeidienstellen, Gerichte, Hochschulen).

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