Donald Trump Prozess: Auch Melania steht auf der Zeugen-Liste | Politik

15.04.2024 - Pazartesi 23:59

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Alles wie immer, doch gleichzeitig alles ganz anders …

Donald Trump (77), Ex-Präsident und erneuter Bewerber für das Weiße Haus, erschien unter großem Sicherheitsaufwand im Gerichtsgebäude. Das gab es zuletzt oft. Diesmal jedoch hing ein Hauch der Geschichte über den von Medien und Schaulustigen belagertem, dunkelgrauen Zweckbau des „NY County Supreme Court“ im Süden Manhattans.

Erstmals könnte in den USA ein Ex-Präsident zu einer Haftstrafe verurteilt werden. Zu 136 Jahren sogar, im Extremfall – auch wenn Rechtsexperten im Fall eines Schuldspruchs eher mit einer Bewährungsstrafe rechnen.

Anti-Trump-Demonstranten versammelten sich am Montag zum Prozessauftakt vor dem Gerichtsgebäude

Anti-Trump-Demonstranten versammelten sich am Montag zum Prozessauftakt vor dem Gerichtsgebäude

Foto: ddp/ZUMA

Trumps Taktik ist klar: Er macht die Anklage und Ankläger Alvin Bragg (50) herunter. Um sich – vorbeugend – im Fall eines Schuldspruchs als Opfer einer „linken Polit-Justiz“ darstellen zu können. Dadurch soll der politische Schaden während des Wahlkampfs minimiert werden.

Welcher Strick soll Trump gedreht werden?

Dass Trump der angeblichen Ex-Sexpartnerin, Pornostar Stormy Daniels (45), Schweigegeld zahlte, ist nicht illegal. Dass er die Rückzahlungen an seinen damaligen Anwalt Michael Cohen (57), der Stormy bezahlte, in Firmenbüchern verschleierte, ist eher ein Vergehen.

Die heute 45-jährige Stormy Daniels bei einem BILD-Fotoshooting

Die heute 45-jährige Stormy Daniels bei einem BILD-Fotoshooting

„New York Times“: Trump eingeschlafen

Jedenfalls: Trump saß auf der Anklagebank und – anders als bei früheren Auftritten – gab es keine Frust-Grimassen. Beim Gerichtssaal-Foto sah er grimmig drein.

Doch sonst wirkte die Vielzahl körpersprachlicher Botschaften eher defensiv: Einmal sah er konzentriert aus, der Körper nach vorn, Hände gefaltet. Oft auch neugierig, er las Akten oder schob Zettel zu seinen Anwälten. Leicht trotzig wirkten die verschränkten Arme. Dazwischen lehnte er sich aber oft entspannt im Stuhl zurück.

Der Ex-Präsident plädiert auf nicht schuldig

Der Ex-Präsident plädiert auf nicht schuldig

Foto: Jane Rosenberg/REUTERS

Die „New York Times“ wollte sogar beobachtet haben, das Trump kurz eingenickt war, und ruckartig aufwachte.

Er muss es sich „gemütlich“ machen, soviel steht fest: Bis zu acht Wochen könnte der Prozess dauern, das Tauziehen um die 12 Männer und Frauen der Geschworenen-Jury allein bis zu zwei Wochen. Kandidaten wurden mit Fragen wie „Waren sie jemals ein Unterstützer der Proud Boys?“ (gemeint die rechtsextreme Miliz) abgeklopft, ob sie Trump gegenüber voreingenommen sind. Positiv wie negativ.

Von den 96 potenziellen Geschworenen hoben mehr als 50 nach der Frage, ob sie glauben, nicht unparteiisch sein zu können, gleich die Hand – und wurden nach Hause geschickt.

Melania Trump auf Zeugen-Liste

Und auch die Zeugen-Liste, die erstmals vom Richter vorgelesen wurde, ist mit mehr als 40 Personen ellenlang. Nicht alle werden aussagen, aber sie sollten sich bereithalten. Dass hier auch der Name von Trumps Frau Melania (52) fiel, dürfte ihm wenig Freude bereitet haben.

Steht auf der Zeugen-Liste: Melania Trump (52)

Steht auf der Zeugen-Liste: Melania Trump (52)

Foto: ALEX EDELMAN/AFP

Gleich in den ersten Stunden des historischen Strafverfahrens gab es ein Tauziehen um die Konturen des Prozesses. Ein Abstecken, wie weit Anklage und Verteidigung gehen dürfen.

Etwa: welche Zeugen? Welche sonstigen Ereignisse können präsentiert werden? Und welche Videos, Messages und Social-Media-Posts sind zulässig?

Richter drohte Trump mit U-Haft

Richter Juan Merchan (61) urteilte rasch und energisch: Erlaubt wird die Aussage einer anderen Affäre, Ex-Playboy-Model Karen McDougal (auch sie hatte Schweigegeld erhalten).

Oder jene des Bosses des Klatschblatts „National Enquirer“, David Pecker (72), der für den befreundeten Trump peinliche Enthüllungen einkaufte und abwürgte. Abgelehnt hat der Richter, dass Vorwürfe des „sexuellen Missbrauchs“ von anderen Frauen Gegenstand der Verhandlungen sein dürfen.

Wird als respektvoll und fair beschrieben: Richter Juan Merchan (61)

Wird als respektvoll und fair beschrieben: Richter Juan Merchan (61)

Foto: Seth Wenig/AP

Trump wurde daran erinnert, wie ernst der Prozess ist, als Richter Merchan ihn darauf aufmerksam machte, dass bei Verstößen gegen die Prozessregeln U-Haft droht. Bei jedem der Punkte musste Trump verbal bestätigen, dass er alles verstanden habe.

Bei aller Anspannung zeigte der Richter mitunter auch Humor: „Entspannen Sie sich doch ganz kurz“, sagte er zu Trump-Anwalt Todd Blanche, der sich gerade in Rage redete. Es folgte Gelächter.

Trump gilt als politischer Überlebenskünstler, als „Teflon Don“, an dem jeder Skandal irgendwie abprallt. Die nicht verhandelbare Realität der Justiz aber kann er nicht für sich zurechtbiegen, das wurde zum Prozessstart klar.

Trotz des gewohnten Draufgängertums wirkt Trump in dem schlichten Gerichtssaal geschrumpft. Am Dienstag geht es weiter.

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